Gagan

Mein Bewegungsdrang wird immer gròsser also beschliesse ich mit Gowher noch mal nach Gagan in sein Hotel in den Bergen zu fahren, da er dort Gas und Essen hin bringen muss.
Ich kònnte dann einen Tag wandern.
Beim Auto funktioniert die Kùhlung nicht. Es ist Sonntag. Wir klappern diverse Wekstàdten ab, bis wir eine finden, die repariert.

Nach einigem Feilen und fummeln muss nun doch ein neuer Motor fùr das Geblàse her.
Also laufen Gowher und sein Bruder Umar los und kommen wenig spàter mit einem Motor zurùck.
Wir trinken noch eine Chai vom Tea stal nebenan und irgendwann ist das Auto startklar.
Auf geht's in die Berge.
Unterwegs kaufen wir alles ein, Obst, Fleisch, Gas, was das Hotel braucht.
Als wir kurz vorm Hotel den Berg rauf fahren ùberholen wir 2 Mountainbiker, es regnet und ist kalt.
Wir fragen sie, ob sie eine gute Unterkunft gebrauchen kònnen und wenig spàter kommen sie ins Czara.
Es waren 2 Schweizer Michel und sein Bruder, der aussah wienGerard Departieu. Echt touffe Burschen zwischen 55 und 60, voll fitt und abeteuerlustig.
Sie wollen tatsàchlich mit dem Fahrrad nach Ladakh radeln.
Die Strasse nach Ladakh ist aber gesperrt, wegen Schnee und Regen.

So schlagen wir ihnen vor erst mal zur Polizeistaion nach Sonamarg hoch zu fahren und nach zu fragen wie die Lage ist.
Oben sind alle Lorries, die wir noch letzte Wochen gesehen haben weg.
Es haben wohl 600 Autos morgens zwischen 4.00 und 7.00 Uhr die Strasse passiert. Nun ist sie aber wieder gesperrt, weil Schnee und Regen gefàhrliche Erdrutsche und Glàtte verursachten.

So haben die beiden erst mal kein Glùck, sie kònnen aber morgens um 5 anrufen, vielleicht wird geòffnet.
Mir ist so kalt und ungemùtlich, dass ich erst mal in die nàchste Klamottenbude renne und mir einen typischen Kaschmiriumhang kaufe, wie ihn die Schàfer und Hirten hier tragen.
Ein Riesenaufruhr und Tumult, alle Kaschmiries  finden es klasse, dass ich so ein Ding kaufe, es macht sie wahrscheinlich stolz.

Ich bin total froh, es ist warm und erst mal regenabweissend.

Wir fahren wieder zurùck und haben einen schònen Abend mit den beiden Schweizern.
Ich unterhalte mich super mit Michel, er geht seit 37 Jahren nach Indien, spricht Hindi und ist mit dem Fahrrad von Keralla bis Kaschmir gefahren.
Er will ganz Indien mit dem Fahrrad machen.
Sein Bruder kam in Srinagar dazu und es war der erste Tag fùr beide.
Er hat  schon viel getrackt in seinem Leben und soziale Projekte in Indien gemacht. Dort als Lehrer mit Strassenkindern gearbeitet und echt Erfolg gahabt.
Sehr spannend was man fùr interessante Menschen trifft, wenn man durch die Welt reist.
Am nàchsten Morgen ist klar, die Strasse wird nicht auf gemacht, so àndern die beiden kurzerhand ihre Route.
Gowher fàhrt zurùck nach Srinagar, ich will unbedingt laufen und bleibe.
Am Morgen war noch Sonnenschein, doch bis alle weg waren und ich gefrùhstùckt hatte wurde das Wetter schlechter.
Ich war wild entschlossen trotzdem zu gehen, habe mich in meinen neuen Mantel geschmissen und bis los gelaufen.
Es hat zwar geregnet, aber die Wanderung war ein Traum, alles so frisch und grùn.

Ich kam etwas feucht zurùck ins Hotel und dort gibt es keine Heizung, es war schweinekalt und mir blieb nichts als das Bett mit Wàrmflasche und Buch.
Irgendwann kam ein àlterer Herr aus Neuseeland zum Essen, da wurde ich gerufen.
Er kauft Kaschmier Schals und verkauft sie in Neuseeland an die gehobenere Gesellschaft.
Er ist zum ersten Mal in Indien, bisher hat er in Thailand und anderen Orten eingekauft.
Er wurde auch gleich gelinkt hier, sprich er hat viel zu teuer eingekauft.
Ich habe mit ihm gespeist und ihm ein paar Tipps gegeben.
Dann bin ich wieder ins Bett. Nachmittags habe ich mein Buch ausgelesen und bin dann zum Abendessen wieder in den kalten Speiseraum.
Im Hotel war eine indische Familie aus Mumbay, mit dem Mann habe ich mich unterhalten und er bot mir an mich morgen mit nach Srinagar zu nehmen, falls ich hier weg will.
Ich entscheide morgen frùh.
Als es morgen war, meine Klamotten immer noch nass und ich alles als àusserst ungemùtlich und kalt empfand, bin ich mit der Familie Richtung Srinagar gefahren, trotz Sonnenschein in den Bergen. Ich hatte keine Lust mit nassen Schuhen und nassen Klamotten zu wandern und ohne Heizung trocknet das Zeug nicht.
Also hatte ich eine nette Autofahrt und den Rest bin ich mit Rikscha gefahren.
Wàhrend ich weg war, ist die Nachbarin, eine alte Frau gestorben.
Ferida war auch bei Nachbars und ich hòrte beim Heimkommen die Klagegesànge der Frauen. Es war sehr berùhrend, zu sehen wie die  vielen Frauen im Hausboot sitzen und zusammen singen, wie in alten Zeiten.
Danach sassen die Mànner, alte Moslime mit langen weissen Bàrten und weissen Mùtzen vor dem Haus und haben geredet. Ich habe alles hautnah miterlebt mich jedoch nicht getraut zu fotografieren. Nur ein Foto durch mein Fenster habe ich gewagt.

Spàter hat Ferida in der Kùche gekocht fùr die Nachbarn und Tempelessen.
Simu, die sonst die Kùche im Griff hat, fùhlte sich nicht wohl und sass mit Besuch im Esszimmer.