Fahren in Indien

Ich habe es ùberlebt, 3 Monate habe ich mich jetzt mit einem Roller durch den indischen Verkehr geschlàngelt.
Allerdings nicht ohne  Spuren bei mir und dem Roller zu hinterlassen.
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich Anfangs Angst vor dem chaotischen  Verkehr hier und war schon froh, wenn ich es ùberlebt habe zu Fuss ùber die Strasse zu gehen.
Doch liebe Freunde haben mir einen Roller geliehen, so dass ich mich frei bewegen und zum Yogaunterricht fahren kann.
Also habe ich beschlossen meine Angst zu ùberwinden und mich mit dem Verkehrsstil hier anzufreunden.
Richtig blòd war, dass mir gleich am ersten Tag ein echt dicker Unfall auf dem Highway passierte.
Ich hatte Franzis dabei, der mir den Weg zum Club de Goa zeigen sollte, wo ich unterrichten sollte.

An einem Kreisverkehr wartete Ebu und seine Familie auf uns, um uns das letzte Stùck des Weges zu zeigen, so mussten wir den Highway ùberqueren, ich schaute es kam nichts, es war allerdings in einer leichten Kurve, wo man nicht all zu weit sehen konnte. Franzis sagte, "go", ich schaute noch mal, und fuhr.
Dann krachte es und ich flog im hohen Bogen  vom Roller, der Roller und Franzis lagen auch irgendwo auf der Strasse. Ich hatte einen Schock.

Etliche Meter weiter hielt das Auto. Alle schauten ein bisschen dumm, irgend jemand half mir auf die Beine, Franzis lag noch immer auf der Strasse.
Bei mir lief der Film ab, Francis muss ins Krankenhaus, ist vielleicht richtig verletzt, hat keine Krankenversicherung, ich habe keinen internationalen Fùhrerschein, oh je jetzt kommt gleich die Polizei, das wird alles kompliziert, ich im Ausland, die ziehen mich ùber den Tisch.
Dann kam der Typ, dem ich hinten in den Kotflùgel gefahren bin.
Er schimpfte, das ist ein Highway, er habe mir gehornt, ich war sprachlos, irgend jemand sagte, er ist viel zu schnell gefahren, kam ja auch erst viele Meter weiter zum stehen, dann zeigte er mir die Beule in seinem recht neuen Auto, ich war noch immer sprachlos, ich wollte gar nicht mehr weiter denken, irgendwie hatte ich das Gefùhl die Leute sind auf meiner Seite, sie diskutierten auf indisch, hab nichts verstanden, das Ergebnis war, dass der Typ sich vom Acker machte, irgend jemand mir den Roller aufhob,  ich aufstieg und Franzis ins Auto von Ebu stieg, der auf mich gewartete hatte und wir alle weiter fuhren.
Keine Polizei, kein Geld, kein gar nichts, ich konnte es kaum glauben, aber es war dem Fahrer wohl zu blòd die Polizei ein zu schalten, das hàtte den Tag kosten kònnen. Ich hatte richtig Glùck. Allerdings wurde mein rechter Oberschenkel richtig blau, Schùrfwunden an den Hànden und Armen, und es hat mich etwas Gewebe gekostet, es schaut immer noch eine kleine Wòlbung aus meinem Oberschenkel, will nicht zurùck gehen, ich nehme an das Gewebe ist kaputt, aber es tut nicht weh.
Franzis meinte nur, er hat schon schlimmere Unfàlle ùberlebt und er braucht keinen Arzt, ich habe dann Yoga unterrichtet, das war die beste Mòglichkeit ùber den Schock hin weg zu kommen, ich war verbunden mit dem Kosmas.
Danach habe ich beschlossen nicht mit dem Roller jeden Tag eine Stunde zum Unterricht zu fahren, sondern den Bus zu nehmen und mit dem Roller nur 15 Minuten zum Bus zu fahren.
Das Fahren habe ich nicht aufgegeben, doch vor dem Highway hatte ich grossen Respekt, und bin Anfangs keinen Meter auf dem Highway gefahren.

Trotz meiner Angst bin ich weiter gefahren, mit allen Sinnen offen, anders geht es hier nicht.
Es gibt nur eine Regel, um alles drum rum fahren und ich komme.
Das Wort Geisterfahrer kennen die Inder nicht.
Sie kommen einem stàndig entgegen und machen keine Anstalten zurùck auf ihre Spur zu gehen.
Jedesmal denke ich auf der Seite, auf der ich gerade fahre, das ist die Schlechtere, weil sie schmal ist und alle anderen sich breit machen, es ist einfach immer so, ich muss mir meinen Weag bahnen.
Man lernt sich in Gelassenheit um die Hindernisse zu bewegen, seien es Menschen, Tiere oder sonstige Dinge.
Oft stellte ich mir die Situation in Deutschland vor, die Leute wùrden aus dem Auto aussteigen und toben, hier lachen sie nur, wenn sie es gemeistert haben irgend wie durch zu kommen. Freude, man lebt.

Das Lustigste was mir passiert ist, ich laufe auf der sehr befahrenen Strasse in Margao zum Buscenter, wo die Busse nach Panjim abfahren.
Plòtzlich kommt mir ein Stier entgegen, das ist ja noch relativ normal hier, dieser Stier jedoch verhielt sich komplet unindisch, er gallopierte in vollem Tempo zwischen den Autos mitten auf der Strasse, wo die Kùhe sonst
gemàchlich spazieren gehen.  Ich musste lauthals lachen, es war so witzig, wie er rannte, als renne er um sein Leben.

Die Busse sind sehr schòn hier und haben tolle Namen. Ich genoss die Fahrten im Buss, allerdings nicht in den hintersten Reihen, das kann die Wirbel und das Gehirn dermassen erschùttern, dass man vielleicht seinen Namen vergisst.

Das Ende meiner indischen Fahrkariere, war etwas peinlich.
Ich hatte oft das Problem, dass ich beim Roller in Panik Gas gab, anstatt es weg zu nehmen.
So rollte ein Bus rùckwàrts in mich hinein, ich war in Panik, alle drum rum schrien den Busfahrer an, ich wollte zurùck weichen, gebe aber reflexartig Gas, anstatt es weg zu nehmen, puff hatte das Blinklicht einen Riss und alles war leicht gequetacht.
Ich wusste nun hier macht man kein Galama, Roller lief noch, also nichts wie weg.
Dann das letzte blòde Ding dieser Art war slapstick reif, ich parke vor einer Steintreppe, will dann weiter fahren, Roller springt nicht richtig an, also muss ich etwas Gas geben, dass er kommt, leider bewegt das Gas den Roller vorwàrts und er fàhrt mit mir die Treppe hoch, das war so dàmlich blòd und schmerzhaft, Roller kippte, ich fiel zum dritten mal auf's gleiche Knie, aua, Hose kaputt, wieder blaue Flecken und Rippenschmerzen. Tja dumm gelaufen, kann sofort ein Mann herbei geeilt und hat mir geholfen, wie  peinlich, der hat sich sicher seinen Teil gedacht.
Der Roller hatte nun von allen Seiten Kratzer und Spuren, es war mir so unangenehm. Ich bin dann zu seinem Besitzer Godwin und wollte ihm Geld geben fùr die Reparatur, es war nichts zu machen, Sima , das ist nur ein Roller, er fàhrt noch, mehr muss er nicht tun.
Indien ist in manchen Dingen sehr leicht und unkompliziert, wie wàre das wohl in Deutschland, wer wùrde dir 3 Monate seinen Roller leihen und làcheln, wenn er vòllig verschrammt zurùck kommt???????
Das Ist Godwin der Rollerbesitzer mit seinem Sohn Arthur, ein sehr liebevoller und netter Mensch.

Das sind nur Fahrzeuge, diese hier sind allerdings nicht mehr fahrtùchtig, zieren aber die Strasse.

Fegen-immer und ùberall

Was mir am hàufigsten aufgefallen ist, dass die Inder es lieben zu fegen.
Ein spezieller Besen, zusammengebundene ............was immer es ist, es fegt den Sand von einer Richtung in die andere, oder den Mùll oder die Blàtter....

Das Fegen ist Meditation, es ist Zen.
Morgens um 6, wenn die Strassen noch leer sind, gibt es die Fegenden, die schon unterwegs sind und ihre Arbeit verrichten.
Jeder fegt vor seinem Laden oder Haus, alles hat seine Ordnug.
Wenn man genau hin schaut, wie sie fegen, kònnte ein Deutscher eventuel ungeduldig werden, ein Inder fegt, fragt weniger nach der Effizienz, aber manchmal sieht man die Spuren im Sand und die Hàufchen daneben und es wirkt sauber.

Der letze Morgen vor meinem Aufbruch nach Kaschmir......

Ayurveda

Nun so kurz vor meinem Abgang hier, habe ich eine grosse
Ayurveda Klinik entdeckt.

Die Klinik macht einen sehr guten Eindruck auf mich.
Ich habe mich kurzerhand entschlossen eine Ayurveda Massageausbildung zu machen.
In der Zeit, die mir noch bleibt kann ich die Kopfmassage, Bein und Fussmassage und die Ganzkòrpermassage lernen.
Wàhrend ich mir die ganzen Massagen geben liess habe ich mich zusàtzlich noch entschlossen eine Behandlung zu machen.
Nun bin ich gut beschàftigt und nach meiner Àrztekonsulation habe ich herausgefunden, dass ich zuviel Vata habe und deshalb mein Schlaf nicht so gut funktioniert. Die Arztin meinte, ich kònnte noch soviel Yoga machen und Meditieren, wenn das Vata zu viel ist, ist das Nervensystem immer auf Hochtouren, deshalb kann ich nicht schlafen.
Nun bekomme ich jeden Tag eine Sirodhara inclusive Kopfmassage, sprich mir fliesst 40 Min. Warmes Oel ùber die Stirn, was mich vollkommen entspannt.
Zusàtzlich bekomme ich noch eine Nasenreinigung, die entgifted.
Ich bin also tàglich Morgens zur Behandlung in der Klinik.

Danach geniesse ich meist noch ein Ayuvedisches Essen und Tee, bevor ich nach Hause fahre und mich hin lege, weil ich soooooo entspannt bin.
Um 16.00 Uhr muss ich schon wieder dort sein, da geht mein Massagekurs los.
Die Inder sind schon sehr speziell. Es ist nicht einfach Freiwillige zum massieren zu finden. Erstens ziehen sie sich nicht gerne aus, sie wickeln dicke Decken um sich rum, allein schon beim Ausziehen der Hose, damit ich ihre Beine massieren kann.
Gut, die Màdchen sind jung und meist Helferinnen, die von Keralla oder sonst wo vom Land kommen. Da ist die Tugend wohl noch sehr gross geschrieben.
Ich frage mich wie das wird, wenn ich jemand fùr die Ganzkòrpermassage brauche, da bin ich echt gespannt.
Die Àrztinnen sind natùrlich wesentlich aufgeschlossener, aber haben wohl eher weniger Zeit, sich als Opfer auf die Massagebank zu legen.
Hier meine ersten Versuche.

Meine Lehrerin ist eine sehr nette, die sich sogar fotografieren liess.
Heute habe ich mein Zertifikat erstanden.
Nachdem ich eine Ganzkòrpermassage gegeben habe.
Sangitta, ein 19 jàhriges Màdchen hat sich bereit erklàrt mir zu dienen.
Beim Ùben gestern war sie noch etwas gehemmt, doch heute zur Pŕùfung hat sie die Massage tatsàchlich genossen.
Mir hat es grossen Spass gemacht, es war nur ein 6 Tageskurs a 2 Std. aber ich habe viel gelernt und kann jetzt die Kopfmassage, Bein- und Fussmassage
und Ganzkòrpermassage geben.
Ich habe geùbt und gleichzeitig liess ich mich behandeln mit den gleichen Massagen, so konnte ich immer noch mal fùhlen, wie es sich anfùhlen muss.
Ich bin ja auch kein Neuling auf dem Gebiet.
Ich freue mich schon auf die ersten Freiwilligen und Euer Feedback.

Inzwischen habe ich die Ergebnisse meiner Behandlung beobachten kònnen und der Kopfguss hat meine Schlafgewohnheiten nicht verbessert, eher verschlechtert wàhrend der Zeit, als ich ihn bekam.
Zufàllig habe ich einen alten Ayurveda und Yogameister getroffen, der mir sagte, ich hàtte das falsche Òl bekommen.
Nun ja, das spricht also nicht ganz fùr die Klinik.
Die Ganzkoerpermassagen haben mir jedoch sehr gut getan und mich entspannt und ich schlafe etwas besser im Moment.
Habe auch noch ein paar Pillchen bekommen, die ersten haben allerdings auch nicht gewirkt, so musste ich ein zweites mal welche kaufen, so fliesst natùrlich auch das Geld. Zum Glùck ist das Zeug nicht so teuer hier.
Da ich òfters in der Klinik gegessen habe, bekam ich Kontakt zu Leuten, die hier in Kur sind, es gab einige, die waren nicht so ganz zufrieden mit der Behandlung, besonders jene welche Vergleiche zu Keralla hatten...
Also geht man fùr Ayurveda doch lieber nach Keralla, als nach Goa.
Ich bekomme noch eine gute Adresse, die werde ich in den blog tipps machen.
Ich fuer meinen Teil war mit meinem Massagekurs zufrieden und werde sicher noch mal woanders weiter machen.

Hampi wonder of nature

Hampi hat uns berùhrt und begeistert.
Schon die Fahrt mit dem Taxi von Hospetz nach Hampi war so eindrùcklich, dass wir am liebesten tausend Fotos gemacht hàtten.
Es ist India live, Armut und zerfallene Hàuser sind Alltagsbilder. Hampi, die Tempelstadt, leider wurden fast alle Tempel von den Moslems zerstòrt und so ist das Bild von Ruinen mit alten wertvollen Schàtzen ein alltàgliches.
Hampi war im 14. Jahthundert, die Hauptstadt vom Kònigreich Vijayanagara und liegt in Karnataka.
Es ist getrennt von dem Fluss Tungabhadra im Norden und von Felsen auf den anderen 3 Seiten.
Die Ruinen erzàhlen immer noch die Geschichte von blendendem Reichtum und grosser Kreativitàt vieler Meister.

Wir hatten eine Unterkunft auf der anderen Seite des Flusses, d.h. wir mussten jedes mal den Fluss mit einem Boot ùberqueren.
Am lustigsten war die geflochtene, runde Schùssel, die uns ùber den Fluss brachte......

Auf der anderen Seite hatten wir 5 Minuten zum Laufen in unsere tolle Unterkunft.
Wir haben ein kleines Hàuschen mit Blick auf den Fluss gewàhlt in Mowgli, ein wunderschòner Platz, voller Frieden und Natur pur.
Vor dem Zimmer hing ein Schaukelbett und der Blick war grandios. Es gibt keinen besseren Platz um Ruhe und Frieden zu empfinden.

Das Restaurant war auch super gemùtlich mit Matratzen am Boden, aber auch Tischen, fùr die, die Tische bevorzugen.

Am ersten Tag haben wir einen sehr netten Rikshafahrer gemietet und sind in alle Tempelruinen, die ohne Eintritt waren.
Hampi wurde 1336 gegrùndet von 2 Brùdern Hukka & Bukka. Der Palast war mit Juwelen und Gold mehr als reichlich ausgestattet.
Die reichste Stadt in Gold.
Das erste was wir sahen als wir den Fluss ùberquerten war der Tempelelefant, der gerade gebadet wurde und die Musiker.

Gleich im ersten Tempel haben wir einen Frauengott gesehen, sehr bunt und schòn.
Wir haben unendlich viele schòne Tempel und Dinge gesehen, wie ihr Euch vorstellen kònnt, das Badehaus der Kònigin, die verschiedenen Gòtter, die historischen Details kann ich mir leider nicht merken, aber ich gebe Euch eine Auswahl von Bildern, damit ihr einen Eindruck der wunderbaren Schàtze bekommt, besonders die Tempeldamen am Eingang, die dich willkommen heissen waren sehr hùbsch erotisch......und die Busen schon etwas abgegriffen....

Sehr interessant waren die langen Steinmauern, die mal eine Stadtmauer war und ohne Zement in einer besonderen Technik gebaut wurde. Ecken wurden aus den Steinen geschlagen und dann verkantet aufeinander geschichtet. Es hàlt heute noch.
Die Steine wurden geteilt, indem man Lòcher in gewissen Abstànden hinein bohrte, Holzstàbe hinein schlug und dann das Ganze wàsserte, bis das Holz aufquoll und die Steine auseinander sprengten.

Unser Rikschafahrer wartete immer an einem schattigen Plàtzchen bis wir uns satt gesehen haben, vorher hat er uns jedoch voller Stolz alles erklàrt was wir zu sehen bekommen.
Mich faszinieren immer wieder die alten Zweiràder, die man hier zu sehen bekommt und die noch auf der Strasse fahren. Bei uns wàren sie làngst im Museum gelandet.
Bei diesem fehlt das Licht, light is gone, sagte der Fahrer als ich ihn darauf ansprach. Aber was macht das schon, so lange die Ràder rollen, kommt man damit ùberall hin.

Am nàchsten stop sehen wir unter anderem shivas Lingam, riesig in die Luft ragen. Dieser ist allerdings von Wasser umgeben, so dass man ihn nicht so leicht erreichen kann. Eine Inderin wollte sich betend auf ihn zu bewegen, wurde aber sofort zurùck gebrùllt von einer Frau, das heilige Wasser darf man nicht betreten und somit keine Chance den Lingam zu berùhren.
Dafùr war im nàchsten Tempel  eine tantrische Frau dargestellt, deren Yoni schon so abgegriffen war, dass es auf einige Jàhrchen der Berùhrung schliessen lies.

Die Inder finden auch im Tempel einen Platz fùr die Mittagssiesta, schòn kùhl und schattig in den alten Mauern.
Die nàchste kleine Pause, ein Kokosnuss drink etwas Schatten im Reich der Tempel.
Was sie auch lieben, die Inder sind Fotos, sie posieren gerne und làcheln in die Kamera und bedanken sich noch ganz hòflich, wenn man sie ablichtet.

Einen Blick nach oben, làsst mich kurz erschrecken, da starren mich 2 Riesenfledermàuse an: leider haben sie das zeitliche gesegnet.....

Auf der Rùckfahrt fahren wir an alten Ruinen vorbei, die mal ein Markt gewesen sind, dicht neben dem grossen Tempel, in dem der Tempelelefant mit seinem Rùssel die Besucher segnet, er soll ùber 100 Jahre alt sein.
Ich frage unseren Rikschafahrer wo er wohnt, er meinte vor 2 Jahren hat er noch in den Ruinen des alten Marktes hier neben dem Tempel gewohnt und er zeigte mir den Rest der Mauern und das Loch das sein Haus war. Vor 2 Jahren hat die Regierung die Ruinen geràumt und sie haben 4 km ausserhalb Land bekommen, sie sind immer noch am Aufbauen der Hàuser.
Momentan steht gerade ein Ochse vor dem Ehemaligen Haus.

Ich frage ihn, ob er Geschwister hat, ja einen Bruder, er hatte auch noch eine Schwester, aber die hat er verloren.
Warum: sie wurde mit 8 verheiratet, an einen viel àlteren Mann, der hat getrunken und sie immer beschimpft, weil sie keine Kinder bekam, sie war dazu jedoch zu jung und ist daran verrùckt geworden und hat Gift geschluckt und ist gestorben.
Eine sehr traurige Geschichte, von der ich das Gefùhl hatte sie war nicht erfunden, weil von sich aus hat er nichts privates erzàhlt, nur wenn ich ihn gefragt habe.
Wir sind ausgestiegen und haben ihn fùr den ñachsten Tag wieder bestellt, die grossen Tempel anzuschauen.
Dann erkundeten wir die Stadt und sowohl Anna als auch ich lieben es die alten und bunten Hàuser zu fotografieren, davon gab es reichlich.
Auf dem Weg dort hin sass eine geschmùckte Frau und machte Handarbeit.
Mein Handarbeitsherz konnte nicht vorbei gehen, habe ihr ein Armband mit alten Knòpfen und Mùnzen  viel zu teuer abgekauft, man kònnte hier unentwegt irgend jemand etwas abkaufen oder einfach Geld geben.
Das ists eine Seite von Indien, eine  andere ist die Menschen leben im Moment und das kònnen sie gut, viel besser als wir.

Auf dem Rùckweg sind wir auf der anderen Seite vom Fluss in ein kleines Freaklokal etwas trinken gegangen.
Ein junger Inder hat Musik gemacht, ein anderen kam dazu, wir haben uns unterhalten gelacht und erfahren, dass gleich auf dem Berg auf dem Felsen eine Musiksession zum Sunset statt findet. Also nix wie auf den Berg.
Es war so schòn, wie in alten Hippizeiten, wir sassen auf dem Berg, manche haben gekifft, manche nicht, die Jungs haben wunderschòne Musik gemacht , mit Digeridoo, Gitarre, Djembe, Flòte, wir haben gesungen und ich fùhlte mich mal kurz wie mit 28. Alter spielt hier keine Rolle, die hùbschesten Jungs haben mit mir geflòrtet und dem Heimweg musste ich sie echt in ihre Schranken weisen, mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Am nàchsten Tag wartete der Rikschafahrer schon auf uns, offensichtlich erfreut, dass er den Tag mit uns verbringen darf.
Wir sind heute zu dritt, Christiane aus der Schweiz wohnt auch in Mowgli und ist mitgekommen.
Wir stùrzen uns in die Tempelwelt, es sind grosse Gelànde, wir laufen viel, schauen alles ganz entspannt an.
Die riesigen Palàste, Elefantenstàlle und alles was die Herrscher frùher beglùckte.

Wir fahren weiter mit unseren sùssen Rikscha durch ein Stadttor in ein anderes Tempelreich, unterwegs sehen wir viele Ruinen.

Ausser Tempel gab es auch wunderschòne Bàume, dieser hier ist 600 Jahre alt und hat mich wirklich fasziniert.

Diese Fels sah von rechts betrachtet aus wie ein Dino, von links betrachtet wie ein Lòwe, ein Naturwunder wie ich, hahahahah?........

O.k. jetzt habe ich genug von Tempeln, irgendwann ist man ùbertempelt.
Auf dem Rùckweg haben wir in einem wunderschònen Veg. Restaurant angehalten, mitten in der Natur und super lecker gegessen.
Bei der Unterhaltung mit dem Besitzer kam heraus, dass es eine Kindertagesstàtte fùr arme Kinder hat. Mit 40 Rupie ( 50 cent)Spenden am Tag kann ein Kind Schulbildung und Unterkunft mit Essen haben. 120 € im Jahr kostet der Platz. Er macht das Ganze mit Sponsoren. Also wenn jemand etwas gutes tun will, wir haben das Heim besichtigt, es ist klein und schòn und hat sogar 2 Zimmer fùr Volontaire.
Da Sonntag war, waren leider keine Kinder da, nur seine beiden eigenen, wir konnten aber trotzdem alles anschauen.
Wer sich dafùr interessiert, den Kontakt werde ich spàter in den blog tipps setzen oder mit mir direkt Kontakt aufnehmen.

So endete der wunderschòne Tag, leider fùr Anna etwas unerfreulich, ihr wurde plòtzlich schlecht, sie schaffte gerade noch die Ùberfahrt und verlor dann ihr Mittagessen in der Pampa. Das geht in Indien manchmal ganz schnell und kommt so unerwartete und plòtzlich und auch nicht immer zur richtigen Zeit, aber bisher haben wir es immer ùberlebt.
Am nàchsten Morgen mussten wir um 5 Uhr mit der Rikscha 34 km aussen rum fahren, weil so frùh kein Boot geht und unser Zug um 6.30 Uhr nach Margao ging.
Die morgentliche Fahrt war spannend, hat nochmal einen anderen Einblick in das indische Leben gegeben, viele schlafen vor den Hàusern auf dùnnen Decken, stehen schon frùh morgens auf, man trifft sie kackend am Strassenrand, die Schweine sind aber auch schon unterwegs und beseitigen die Spuren wieder.
Ebenso die Ochsenkarren oder ellenlange Gùterzùge, die uns vor der geschlossenen Schranke warten liessen, aber wie immer all was well, diesmal haben wir sogar unseren Wagen gefunden und konnten relaxed die Heimfahrt antreten, voll mit neuen wunderschònen Eindrùcken.
Hampi mòchte ich wieder sehen.

Zug in Indien

Der Kauf der Fahrkarte war schon echt indisch.
Wir sind ins Reisebùro um ein Zugticket nach Hampi zu kaufen.
No tickets, all on waiting list. Go to book on the station, they have mostly tickets left.
Wir also zum Bahnhof nach Panjim gefahren und brav eine Nummer wie bei uns beim Fleischer gezogen.
Nummer 80 war auf dem Schild wir waren 92.

Viele Wartende, die verreisen wollen. Plòtzlich springt die Nummertafel von 80 auf 100. Was ist das denn, wir wissen, dass die meisten Inder nicht rechnen kònnen, aber das?
Wir wagen den Gang zum Schalter um vorsichtig nachzufragen wo unsere Nummer bleibt, oh this is special booking, half an hour, then other number come again.
O.K

. wir wissen nun es geht mit rechten Dingen zu und es geht erst in einer halben Stunde weiter mit den normalen Buchungen. Eine halbe indische Stunde kann man locker auf eine Stunde ausdehnen, also beschliessen wir erst mal frùhstùcken zu gehen, da wir direkt aus dem Yoga kommen
Am Bahnhof gibt es genug Chai Stànde und Somosas.

Wàhrend ich meinen Chai geniesse und ein lappriges Sandwich kaue, fragt mich ein junges Màdchen, ob sie ein Bild von mir mit ihrem Freund machen darf.
Ich verstehe erst gar nicht was sie meint, aber ich habe richtig gehòrt, sie mòchte, dass ich neben ihren Freund stehe und sie  macht ein Foto.
Ich frage sie lachend wieso ich mit ihm, sie antwortet, that I remember you.
O.k. bei uns gehòre ich inzwischen zum àlteren Semester, aber hier habe ich wirklich oft Kontakt zu jùngeren, hier sind wir die Exoten und Alter spielt nicht die Hauptrolle, man kònnte auch locker einen hùbschen, indischen Jungen unabhàngig des Alters bekommen, wie ich spàter in Hampi erfuhr, aber das ist genauso wenig mein Ding wie in der Sonne liegen.

Ich verabschiede mich von den jungen Reisenden und wir gehen wieder in den Warteraum zu dem Nummernschalter.
Immer noch hunderter Nummern, o.k. sitzen, warten.
Irgendwann kommt 92, wir nix wie unserem ticket entgegen.
Das Vergnùgen war kurz, nachdem wir gesagt hatten wo wir hin wollten, làchelte uns die Lady hinterm Schalter an mit wackelndem Kopf und meinte 72 in der Warteliste vor uns. Wir fragen, keine Chance auf ein ticket, no und das in der off season, irgendwie unverstàndlich.
Enttàuscht verlassen wir den Saal, fragen am offiziellen Bus Schalter nach Bussen, ja es gibt lokale Busse, aber die fahren wesentlich lànger als 8 Std und sind richtig unbequem, das wollen wir uns nicht antun.
Wir fahren nach Hause. Plòtzlich auf dem Weg, sehe ich ein richtig schàbiges Reisebùro. Irgend eine Stimme flùstert, frag doch hier mal.
Wir gehen hinein, ein àusserst netter Inder beràt uns, ticket nach Hampi, yes you can get, 2 no problem und schon hatten wir ein reserviertes Zugticket, wie wunderbar, die Reise, die gerade drohte ins Wasser zu fallen, war gerettet. Sleeper mit 2 Betten.
Sogar die Rùckfahrt war gesichert.
Am 4. 4. sind wir dann morgens um 6 Uhr mit dem Taxi nach Margao gefahren, um in den Zug zu steigen.
Wir hatten Wagen Nr. 10.
Der Zug fuhr pùnktlich ein und sollte nach 5 Minuten weiter fahren.
Vor uns hielt Wagen 8 wir suchen, 9, 11, keine 10 dazwischen, was nun , der Zug war ellenlang, mindestens 25 Wagen.
Wir laufen und laufen keine 10. Wir rennen, wàhrend alle ihre Koffer und Gepàck in den Zug wuchten suchen wir imme rnoch, nirgendwo ein Schaffner oder àhnliches, ein paar Bleiche wie wir, rennen auch. Plòtzlich fàhrt der Zug los. Shit, wir springen auf's Trittbrett und rein in irgendeinen Wagen, ich schaue nach Anna, sie hat es auch noch geschafft. Puh, das war knapp.
Wir landen in der ersten Klasse mit Klimaanlage, hatten aber 2. ohne gebucht.
Die Tùr zur 2. Klasse war verrammelt, keine Chance durch zu kommen.
Beim nàchsten stop steigen wir aus, rennen noch mal und siehe da Nr. 10 taucht auf, nix wie rein, natùrlich knacken welche auf unseren Sitzen, sorry, we have booked this, ein dumpfer Blick, langsam bewegen sich die Kòrper vom Sitz und halten Ausschau nach neuen Sitzen.
Wir lassen uns auf unsere Plàtze nieder und was  fùr ein Glùck, am Bahnsteig sagte Anna noch sie hàtte gerne den emergency sitz, weil da sind keine Gitter davor, ist ja ein Notausgang, alle anderen Fenster sind vergittert. Wir sitzen am Notausgang!
Uns gegenùber eine Moslemmama.

Die Landschaft und Bahnhòfe fliegen an uns vorbei, irgendwann sind wir alle eingenickt, trotz des rattern und klappern des Zuges.

Doch das hàlt nicht lange an, im Zug ist Leben, die Verkàufer schleppen Kisten von Wasser, die sie an Schnùren hinter sich her ziehen oder Riesenpakete von irgendwelchen Chips, Lassi, Chai, warmes Essen, alles was der Mensch so braucht, um zu ùberleben.
Sie schreien das, was sie verkaufen wie Mantras durch die Gegend, lassi, lassi, lassi, lassi, chai, coffee, chai, coffee, chai, coffee.......

Natùrlich hat in so einem Zug die Nase gut was zu tun, die Gerùche wechseln, von leckerem warmen, Essen zu Toilettengeruch, beissender Urin, weil jemand die Tùr der Toilette nicht zu gemacht hat, diverse andere Gerùche streifen die Nase, von Zwiebel Koriander mix ùber Peperoni, Ràucherstàbchen, Feuerrauch von draussen, weil Mùll verbrennt wird, Kuhscheisse oder sonstige làndliche Dùfte der Aussenwelt dringen durch die Gitterstàbe.........
Menschen dràngeln sich im Zug und wenn man kurz auf Toilette muss, ist der Platz belegt, sobald man zuŕùck kommt. Aber ein Blick genùgt und die mùden Kòrper erheben sich wieder und wandern weiter.....auf der Suche nach einem neuen Platz.

Der Schaffner in India sieht aus, als geht er auf einen Ball, schwarzer Anzug, weisses Hemd. Sehr gepflegt und freundlich.
Ein Bettler kriecht auf dem Boden und fegt den Dreck weg, dafùr hebt er die Hand, das finde ich o.k. er tut etwas und hebt nicht nur die Hand auf, wir geben ihm etwa, er kùsst das Geld und làchelt.

Die Fahrt war unterhaltsam, nette Gespràche mit freundlichen Indern, lachen mit Kindern, draussen die Landschaft, die sich stàndig veràndert hat von grùnem Djungel, in  Wùstensteppen, dann wieder Reisfelder, Ochsen vor den Pflug gespannt, die den Acker pflùgen..............
Menschen, die winken und lachen. Manche lachen auch nicht, sie haben vielleicht nichts zu lachen.
Mir sind Zug immer wieder die vielen Fùsse aufgefallen, deshalb habe ich eine kleine Fussbildreihe geknippst.

Und so neugierig wie die Augen des kleinen Jungen, waren wir und wir sind mùde, aber gut in Hampi angekommen.
Und Hampi ist mehr als eine Reise wert, mehr dazu in meinem nàchsten Blog.