fgood or bad


"Wenn wir wirklich lebendig sind ist alles, was wir tun oder spùren, ein Wunder.
Achtsamkeit zu ùben bedeutet zum Leben im Gegenwàrtigen Augenblick zurùck zu kehren."
                                                                                                                                                                                   Thich Nhat Hanh

Nun bin ich ùber 3 Monate in Indien und habe viel Zeit, das was meine Freunde zu Hause nicht haben, wie ich den e-mails entnehme.
Ich hatte Zeit fùr Gefùhle, Reflektionen, zum Erholen oder einfach zum Sein, das was sich die Seele so sehnlichst wùnscht.

" so wie die Seele Berùhrung liebt, so erkennt und liebt sie die Ehrlichkeit,
die Wahrheit !
Sie geht auf.
                      

  Gila Rogers

Es tauchte aus dem Nichts plòtzlich die Frage aus meinem Inneren auf: Bin ich gut oder schlecht??????
Mein ursprùnglicher Plan war nach Indien zu gehen, um etwas fùr Frauen zu tun, charity work fùr Frauen und fùr Kripa Foundation ein Zentrum in Colva aufzubauen. Das hatte mir Fr. Joe angeboten und ich fand es verlockend und herausfordernd.
Das hàtte mir Spass gemacht, hàtte mich zu einer guten Person werden lassen, weil ich etwas Gutes tue in dieser Welt der Gegensàtze und der Frauenfeindlichkeit, was ich ehrlich gesagt nicht immer so empfinde hier, es ist beides da, es gibt auch Respekt vor Frauen hier, das erfahre ich auch.
So war es jedenfalls in meinem Kopf, hier etwas zu  bewirken, was sicher auch von Nòten ist.
Die Realitàt ist anderst. Das Projekt wird momentan finanziell nicht weiter unterstùtzt, nachdem das Dach repariert war, floss kein Geld mehr fùr den Rest der Baustelle. Warum kann ich nicht sagen, keine Ahnung, diesen Einblick gewàhrt man mir nicht, ich bekam nur zu hòren soziale Projekte ( es ist ein Frauenprojekt ) kann man nicht aus dem Boden stampfen, das braucht Zeit, die freiwilligen Helfer sind immer enttàuscht, weil alles nicht so làuft, wie sie es sich vorstellen.
Ich hatte mir gar nichts vorgestellt, es ist also nicht so, dass es nicht làuft, so wie ich es mir vorgestellt habe, sondern es làuft gar nichts.
Nachdem ich mindestens 4 Wochen gebraucht habe, bis ich kapiert habe, nix geht, weil ich immer noch hoffte es passiert doch noch etwas, eben nur im indischen Tempo, habe ich Gottes Botschaft geschluckt, es scheint nicht meine Aufgabe zu sein, dieses Projekt hier an zu leiern.
Da kommt die Frage auf was dann??????
Wozu bin ich hier???????
Irgend einen Grund muss es doch geben warum mich Gott hier her geholt hat L!!!

Das Strandleben kann es nicht sein, dass ist so gar nicht mein Ding.
Viel mehr gibt es in Goa aber nicht wirklich.
Ich meditiere, ich beobachte meine Gedanken, bin ich jetzt ein Versager, weil ich nichts mache, ausser abhàngen und ein bisschen Yoga?
Soll ich losrasen und auf Biegen und Brechen ein soziales Projekt suchen?
Da geht gar nichts in Resonanz.
Ich denke darùber nach was ich sonst so mache. Ich mache immer etwas, ich habe das letzte Jahr so viel gemacht, dass ich am Anfang meiner Reise zusammen gebrochen bin, weil mein Nervenkleid transparent war.
Ich habe meinen Vater ins Pflegeheim gebracht und spàter beerdigen mùssen, ich habe meiner Mutter eine neue Wohnung eingerichtet und mit meinem Bruder das ganze Elternhaus  Haus geràumt. Ich war psychischer Beistand fùer die schlimmen Tage meiner Mutter, ich war 4 Wochen fast tàglich im Krankenhaus bei Ihr.
Ich habe meine Kinder durch die Pubertàt begleited.
Ich habe meine eigenes Haus komplett geràumt und meine Sachen verkauft, weil ich nach Indien wollte.
Ich habe fùr meinen Sohn eine Wohnung gesucht, diese renoviert und seinen Umzug gemacht.
Ich habe mein Yogastudio renoviert und bin dort eingezogen, nebenbei habe ich noch gearbeitet in meinen 3 jobs.
Ich veranstaltete Flohmàrkte, ich hatte so viel zu regeln, bevor ich fùr ein halbes Jahr weggehe, dass ich gar nicht mehr weiss was ich alles gemacht habe.

?........................................................................................

So schickt mir Gott vielleicht eine ganz simple Botschaft, komm doch einfach mal runter!
Ja, das was wir am Ende der Meditation immer so geniessen. Einfach Sein!
Ich darf einfach sein, bin ich deshalb schlecht?
Inzwischen glaube ich es nicht mehr, aber dazu war diese stille Zeit fùr mich von Nòten,  um zu erkennen welche alten Glaubenssàtze immer noch in mir wirkten.
"Du genùgst nicht"
"Du bist fùr alles verantwortlich"
"Du bist nicht geliebt"

Seit ich hier bin und das Buch "der healing code" gelesen habe, arbeite ich damit und siehe da es lichten sich dunkle Felder in meiem Kòrper und die verschwommenen, ungesunden Glaubenssàtze kommen ans LICHT.
Das tut gut und ich spùre es in meinem Kòrper.
Gott sagt mach einfach mal nix, er schreit es mir regelrecht entgegen, bis ich endlich auf ihn hòre. Ich darf nix machen und bekomme noch eine Belohnung dafùr.
Mein Kòrper entspannt, mein Yoga ist viel besser geworden, obwohl ich auch nicht mehr ùbe.
Und das tollste Wunder, ich kann den halben Lotussitz auf beiden Seiten.
Das konnte ich noch nie in meinem Leben, solange ich denken kann war meine rechte Hùfte blockiert, frùher konnte ich ihn mal link, rechts nie.
Seit meinen Rùckenschmerzen konnte ich ihn gar nicht mehr, weder li noch re.
Nun plòtzlich von heute auf morgen kann ich ihn mùhelos auf beiden Seiten ohne ùben.
Das ist fùr mich ein Wunder, genauso wie das Verschwinden meiner Rùckenschmerzen.
Deshalb weiss ich, ich bin auf dem richtigen Weg und ich bin gut! Ja.

Es ist immer gut, das was man lehrt selbst zu erfahren, ich liebe es authentisch zu sein, ich sage nicht ich bin perfekt, was ist schon perfekt, wir sind alles Menschen auf dem Weg.
Was geschehen ist, ich habe wieder ein Stùck Weg zurùck gelegt mit Hilfe meiner gòttlichen Fùhrung, in das worum es mir geht, in das was ich glaube.
Dafùr danke ich allen, die mir in letzter Zeit auf dem Weg begegnet sind und speziel zu diesem Thema mich unterstùzt haben.
Fr. Joe, Urike, Roger, Anna, Augosto, das waren vielleicht die wichtigsten Helfer, jeder auf seine Art, um dieses Thema zu erkennen und los zu lassen.
Danke Euch von ganzem  Herzen.

Jesus und Maria sind so rein gerutscht, sie gehòren sowieso immer dazu........namaste.

"Im Rauschen der Meereswellen ist das Leben im Fluss und es geschieht was geschehen soll" sima

Heute habe ich eine  Flug nach Srinagar (Kaschmir) gebucht, Ende April.....
Morgen fahre ich mit dem Zug fùr 3 Nàchte nach Hampi.........

Panjim - Hauptstadt

Panjim, die Hauptstadt von Goa liegt direkt am River Mandovi.
Ich habe einen wunderbaren Weg entdeckt wie ich von Candolim nach Panjim komme, ohne in das Verkehrsgewùhl der Stadt zu geraten.
Von hier mit dem scooter ùber Landstrassen nach Betim. Dort den scooter parken und mit der Fàhre mitten in die Stadt, kostet noch nicht mal was, man muss nur auf Busse aufpassen, die plòtzlich rùckwàrts fahren und den scooter rammen. Aber bis auf ein Riss im Blinker ging das gerade noch mal gut und was ist schon ein Riss im Blinker...........

Panjim ist eine inspirierende Stadt, eine wunderschòne portugiesische Kirche fand unsere Bewunderung mit Blick in die Umgebung. Witzig das Schild neben den Glockenseilen, das darauf hin weist, die Glocken nicht zu làuten.

Danach schlenderten wir durch die Stadt und unser Auge kam vor Freude nicht zum Stillstand.
Wir lieben beide das Vergàngliche, das verottende hier und da bekamen wir genug zu sehen an alten heruntergekommenen Hàusern, die aber noch einen Scharm ausstrahlen, den man einfach sehen muss. Da ist verborgene Geschichte drin, Geschichten von Menschen.....geheimnissvolles, was wir nie erfahren werden, aber die Mauern spechen fùr sich.

Am meisten habe ich mich gefreut, als wir zufàllig an "Royal Enfield" vorbei kamen.
Ich liebe diese alten Motorràder, die hier noch oft zu sehen sind und der supertolle sound der Maschinen, man hòrt sofort, wenn so ein Teil von hinten naht.
Wùrde ich hier wohnen, wàre dies mein Fortbewegungsmittel.
Wir haben Prachtexemplare zu sehen bekommen, àusserst gepflegt und heraus geputzt.

Natùrlich gibt es auch das, was der normale Bùrger als schòn empfindet,  zu entdecken. Prachtvolle Blùten, frisches Obst und Gemùse, schòne moderne
Làden und wunderschòne Hàuser.

Und noch ein paar witzige Elemente sei es eine Garageneinfahrt wo nicht nur steht parken davor verboten, nein es wird ausdrùcklich xarauf hingewiesen, dass ein Auto da drin ist.

Ich hatte noch Stunden weiter laufen und fotografieren kònnen. Stàdte sind einfach faszinierend.

Die Wekstàdten und die Làden sind auch sehr speziell hier. Man kann sich nicht satt sehen an deren Einfachheit, was nicht heissen soll jeder Laden ist so, nein es gibt auch das grasse Gegenteil.
Gearbeitet wird auch ab und zu, mal ein bisschen neu gestrichen oder das Auto wieder flott gemacht.

Am Ende unserer Tour sind wir wieder instinktiv an der Fàhre gelandet.
Da ging das Gedràngel wieder los, von der englischen queue ist hier nicht viel hàngen geblieben, die Inder sind sich einfach selbst am nàchsten, dass alles einfacher gehen wùrde, wenn erst mal alle das  Schiff verlassen und dann erst zugestiegen wird, kommt hier nicht in die Tùte, jeder dràngelt sich irgendwo durch in alle Richtungen, irgendwie geht es immer.

So sind wir wieder prima in Betim gelandet und ganz entspannt zurùck gefahren in unser Heim, welches "Beach nest"heisst und wunderschòn ist.

Tempel, Boote und Delfine

Durch einsame, sehr làndliche Dòrfer Richtung coco-beach gefahren.
Eine ganz andere Welt, keine Touristen, Schulkinder kommen aus der Schule,  Korn liegt auf der Fahrbahn zum trocknen, arme, freundliche Menschen....

Auf einsamen Wegen, durch enge Hòfe, wo es schien als wàre die Welt zu Ende ging es immer weiter. Plòtzlich taucht mitten in der Pampa wieder ein Tempel auf.

Und der heilige Tulsi Baum, der in jedem Tempel steht, ein Geschenk von Shiva an seine Liebste.....

Und die Tempelgòttin Sima.
Wir haben heute die abgelegensten Stràsschen befahren, sehr viel indisches gesehen, eine Frau vor einem Haus aus blauen Plastikplanen wollte von mir fotografiert werden, ich musste warten, bis sie sich die Haare schòn gemacht hat, dann stellte sie sich in Pose und làchelte. Ich zeigte ihr das Bild, sie bedankte sich fùr die Ehre.

Und die Nachbarskinder wollten dann auch auf's tablet, mit wie wenig Freude in die Gesichter zu zaubern war.

Heute war Tempel Tag, ich glaube wir waren in einer Gegend, wo vielleicht ausnahmsweise mehr Hindus wohnen.....

Plòtzlich taucht ein Fluss auf, mit wunderschònen Stegen und Schiffen. Ich verspùre den Wunsch mit solch einem Schiff auf's Wasser hinaus zu fahren.

Die Schiffe sind ohne Menschen, also fahren wir weiter durch die kleinen staubigen Strasschen in der Pampa.
Plòtzlich kommen wir zum Coco - beach, ein ganz kleiner Strand nahe Panjim, man sieht die Stadt in der Ferne.
Es ist nichts los, ein paar Stànde, ein paar Inder, eine kleine Kneipe, in der 3 Typen tràge rumhàngen und Boote mit Mànnern, die sie fahren.
In Indien denkt man nur etwas, schon ist es Realitàt.
Ich sehe ein rosa Boot und denke mit dem wùrde ich gerne auf's Meer hinaus fahren. Wir sitzen herade in der kleinen Kneipe und trinken eine Cola.
Los lass und gehen, ich mòchte auf das Boot.
Schon bin ich am Ufer und genau das rosa Boot ist abfahrbereit, schnell 2 tickets kaufen und auf geht's, wir sind die ersten auf dem Boot, die restlichen Sitze werden mit Indern besetzt. Betuchte Familien, die Urlaub hier machen.
Wir fahren los, es soll eine Delfinfahrt werden. Anna glaubt nicht daran, dass wir Delfine in dieser Bucht sehen werden, ich sage noch wer weiss in Indien ist alles mòglich...hier gibt es die Wunder.
Kaum abgelegt, fàllt einem Inder ein, dass er die Kamera vergessen hat. Es wàre nicht Indien, wenn nicht das Boot sofort umdrehen wùrde, zurùck an Land und der Boy springt runter, Oma reicht die Tasche mit Kamera und auf ein neues auf zu den Delfinen.

Bis wir aus dem Hafen sind mùssen die Finger eingezogen werden, weil wir einige Schiffe touchen, dann sehen wir am Ufer ein 80 Millionen Haus eines reichen Diamanthàndlers aus Bombay. Es soll unterirdische Zimmer haben, man sieht es in den Felsen.

Die Kirche auf der Spitze des Berges wurde von den Portugiesen im 16. Jahrhundert erbaut.
Etwas weiter sehen wir ein von den Portugiesen erbautes Gefàngnis, das immer noch als solches fungiert, aber die Insassen, die dort einsitzen sich anscheinend comfortable fùhlen, also ein Komfortgefàngnis. Aus der Ferne sieht man auch die ein oder andere weisse Gestalt am Fenster, auf jeden Fall Luxuxzimmer mit Meeresblick.

Wir fahren ein Stùck weiter raus und schwupps, da hùpft ein Delfin aus den Wellen, Geschrei an Board, ah da, jetzt da, rechts, schau da links, ja was fùr eine Aufregung und Freude, es hùpfen mehrere Delfine um uns herum und kaum ist einer irgendwo sichtbar, rast das Boot in die Richtung des gesichteten Tieres, typisch indisch, um noch mehr zu Gesicht zu bekommen.
Wir haben einen Glùckstag, haben einige gesehen, allerdings waren sie zu schnell oder ich zu langsam, auf den Bildschirm habe ich sie nicht bekommen, aber unter den Wellen kònnt ihr sie Euch vorstellen.....

Genug der hùpfenden Dolfins, es geht wieder zurùck, glùcklich ùber das Glùck.

Zufrieden landen wir wieder am Ufer mit der immer wiederkehrenden Erkenntnis, wir brauchen hier nichts planen, es kommt alles zu uns.
Heute Morgen haben wir noch mit keinem Gedanken an Delfine gedacht.
Das ist das Schòne an den Tagen hier, wo wir uns mit dem Wind treiben lassen.
Der Wind ist wunderbar und macht das Klima fùr diese Jaszeit sehr ertràglich.

Auf dem Heimweg gibt es noch einiges zu bewundern, hier kann man immer schauen, schauen, schauen......
Mir gefàllt der rosa Tempel, den werde ich fùr meine Freundin Sabine fotografieeen, sie liebt rosa ùber alles.......ich auch.

Ein lustiger Bus und ein paar alte Hàuser haben uns noch des òfteren anhalten lassen....

Zum Abschluss ist mir die gòttliche Mutter aber auch noch begegnet, wie schòn.

Indien - das Chaos lebt

Das ist mein Nachbarhaus, verrottet und heruntergekommen, das drùckt der Weltenbummler Andreas Altmann in seinem Buch
"Notbremse nicht zu frùh ziehen" mit dem Zug durch Indien, auf seine Weise aus. Er spricht mir aus dem Herzen.
Ausser Weltenbummler ist er auch Schriftsteller und besucht auch in Indien Bibliotheken, da Bùcher sein Leben sind.

"Nur Inder schaffen es, dass eine Bibliothek nach 40 Jahren so aussieht. Ihr Talent zuzuschauen, wàhrend Dinge verotten, schreit zum Himmel. Bùcher, Fassaden, Landschaften, Bahnhofstoiletten, Stàdte, Leiber, mit grandioser Gleichgùltigkeit lassen sie die Welt verwittern."

Das ist hier nicht zu ùbersehen, immer wenn ich an den alten portugiesischen Villen vorbei gehe, tut es mir in der Seele weh. Am liebsten wùrde ich jedes Haus retten, mir ist aber klar, dass ein Leben dazu nicht ausreicht.

Dennoch liebt Altmann Indien......und auch ich, das was Indien mir gibt, gibt es so nirgendwo auf der Welt.

Dazu noch ein Zitat von Longfellow auch aus dem Buch von Altmann:

"What is life full of care / if there is no time to stand and stare."

Ja das lerne ich hier, innehalten, schauen, sitzen, stehen, warten, beobachten, auch beim Frùhstùck auf meinem Balkon ist jeden Tag ein Kingfischer, ein wunderschòner Vogel mit tùrkisen - schwarz - weissen Federn. Er sitzt in den Lianen und zeigt seine Pracht.

Leider werdet iht ihn auf dem Foto nicht entdecken, aber ich kann Euch sagen, er sitzt da und ich sehe ihn jeden Morgen.
Habe leider keine bessere Kamera dabei, nur mein tablet.
Es gibt noch mehr Schònes um mein Haus.....was Indiens Natur betrifft, Bananen, Jackfruits, Kokosnùsse, die von der Mama zerhackt werden und das Kind, das strahlt, wenn es in die weisse Nuss beist.
Das sehe ich alles, wenn ich von meinem vorderen Balkon hinunter schaue.

Noch ein letzter Ausschnitt aus Altmanns Indien Beschreibung, die mir aus dem Herzen spricht.
"Wer es als Fussgànger mit dieser Stadt aufnimmt, dem landet alle drei Sekunden ein Tomahawak zwischen den Schulterblàttern:
Eine von zweihundert Millionen gnadenlos schriller Mopedhupen im Land will den Unbewaffneten vor seinem Ende warnen. Wer hier unverwundet in die Nàhe seines Bettes gelangt, dem ist ein weiterer Tag gelungen.
Alles anders. Ich bin Europàer, eben Weichling und zahnloses Muttersòhnchen. Die Einsicht ùberkommt mich als ich an einer Kreuzung der Avenue Road stehe und Asiaten zuschaue, wie sie den Abgrund meistern. Sie greinen nicht, sie gehen mitten hinein. Bildbeschreibung: Chaos, keine Ampel, kein Polizist, dafùr Hunde, Rickschas, Autos, Motorráder, Katzen, Radfahrer, Ochsengespanne, Passanten, Lastwagen, Handkarren, Krùppel, Busse, drei Esel, ein Reiter, sie alle - Hunderte pro Minute - mùssen aneinander vorbei, von Nord nach Sùden, von Ost nach West. Alle zoomen aufeinander los, und - jetzt das asiatische Mysterium - das Knàuel entwirrt sich wieder, sie wuseln, schwenken zeitwàrts, stossen nach, bremsen, geben Gas, fahren einen Meter in die entgegengesetzte Richtung, schlagen blitzschnell einen Haken, manòvrieren in die fùr Sekundenbruchteile freie Bresche, entkommen dem Sog.
Dieses Gen, das Chaos-Gen haben sie von Geburt an. Jeder rechnet mit allem, nur nicht mit Regeln und Logik. Jeder Augenblick ist neu, alle zwanzig Zentimeter muss jeder jedem ausweichen. Und wàre es dem Auspuff, der plòtzlich den Weg versperrt, verloren von einem, der nun - mitten im Knàuel- stehen bleibt, um ihn wieder einzusammeln.  Selten, dass einer dem anderen bòse ist. Weil ja keiner irgend eine Vorschrift missachtet. Und wen bòses sein, bei wen sich beschweren?
Vielleicht sind Regeln fùr Inder  deshalb so schwer zu befolgen: Er versteht sie nicht. Weil er in seinem tàglichen Leben erfahren hat, dass Chaos umgeht und nie ein Regelwerk die Zustànde bestimmt. Ob es sich um den Strom handelt, der kommt oder nicht kommt, um den Verkehr, um den Gòtterhimmel, um die Machenschaften der eigenen Regierung:
"All the same"
Es wird noch besser, zwei Auslànder nàhern sich dem Abgrund, bleiben am Kreuzungsrand stehen, schreien sich gegenseitig an. Sie entwerfen wohl einen Schlachtplan, um ans andere Ufer zu gelangen. Einen Blick auf ihre eckigen, ruckartigen Bewegungen verràt sie sofort als Landesfremde.
Der Kontrast zur Eleganz der Einheimischen ist betràchtlich. Der indische Fussgànger geht einfach rein ins Knàuel und reagiert auf das, was gerade anfàllt. Die àusserste Mùhe zu der er sich ùberreden kònnte, ware - aber nur im Notfall - wenn tatsàchlich eine abgefahrene Ferse droht - ein leichter Hùpfer nach vorn. Mehr nicht."

Ich kònnte das ganze Buch zitieren so witzig und real empfinde ich Altmanns Beschreibung.
Das ist es was man liebt hier, wenn man Indien liebt.
Ich werde immer mehr Indien, um so lànger ich hier bin. Ich fahre genau durch dieses Getùmmel mit dem Scooter und es macht mir jeden Tag mehr Spass.
Je mehr ich begreife, dass ich verloren bin, wenn ich anhalte, um so besser gelingt mir das Geschlàngel durch den Verkehr. Man braucht Gott Vertrauen und Wendigkeit. Alles schlangelt sich aneinander vorbei, keiner regt sich ùber den anderen auf, selbst Geisterfahrer sind normal, sie kommen entgegen, man schlàngelt sich um sie herum, ohne zu fluchen, ohne Wut, man làchelt ihnen zu, barmherzig.
Gleich am Anfang hatte ich einen Unfall auf dem Highway, voll speed preschte einer an mir vorbei, ich touchte seinen hinteren Kotflùgel, das bike flog durch die Gegend, ich und der Sozi. Ich war geschockt, habe Polizei und Geld kommen und schwinden sehen.
Nichts geschah, alle standen rum, haben diskutiert, der Typ mit dem Auto hat sich etwas aufgeregt, er habe mir gehornt, das ist ein Highway, die anderen sagten, er ist zu schnell gefahren, am Ende lòste sich alles auf, einer hat mir das Bike aufgehoben, der Autofahrer fuhr weiter mit einer neuen Beule im Auto, es war ein neueres Auto, ich fuhr weiter, auch der Rollerbesitzer hat sich nicht fùr die Schrammen am Roller und den losen Spiegel interessiert. Alles Materie, gut, dass dir nichts passiert ist.
Ich war geplàttet.
Ich musste meine Angst weiter zu fahren ùberwinden, aber was ist Indien ohne Beweglichkeit, das geht nicht, die Taxifahrer sind knallhart, nehmen die Touristen aus oder lassen dich einfach stehen, wenn ihnen dein Preisangebot nicht passt, zuviele Russen hier, die bezahlen.

Ich habe es lieben gelernt, das Leben im Moment, jetzt, nicht morgen, nicht gestern, nein jetzt.........
Bin mit Anna mit dem scooter nach Morjim gefahren, wir haben die Fahrt genossen, die vorbeifliegende Landschaft, das pinkfarbene Haus von Mutter Theresa,
die Lòcher in der Strasse, die wir versuchten zu umfahren, das unsicher suchen der richtigen Strasse, die netten Menschen, die sofort fragten wo wir hin wollen und mit dem Finger in die richtige Richtung zeigten. Hatte zwar eine Karte gekauft, aber es ist nicht einfach zu hàndeln, die Menschen als Karte zu benutzen ist wesentlich leichter und lebendiger.
Morjim war wieder ganz anders wie unser Strand in Candolim.

Immer wieder neue Inspirationen eine Stranddusche

Eine Kuh verlàsst gerade die Kneipe....leider ist das Bild auf meinem tablet verschwunden.....
Entspannt sich dem Meeresrauschen hin geben....

That's it.

New home

Vor 2 Tagen bin ich umgezogen von Colva nach Candolim.
Nun habe ich ein Zimmer mitten im Djungel und doch nur 3 Fussminuten zum Meer und auf der anderen Seite fùhrt ein schmaler Waldweg in das belebte Candolim.
Heute Morgen mit Anna auf meinem Balkon gefrùhstùckt. Man hat das Gefùhl man sitzt mitten im Busch, wo man hin schaut wilder Djungel, es fehlt nur Tarzan, der sich an den Lianen auf unseren Balkon schwingt.
Heute Morgen jedoch hatten wir unerwarteten Besuch von mindestens 10 Affen, sie fegten durch die Bàume und die Vògel machten einen Hòllenlàrm. Wir waren freudig ùberrascht ùber das wild life hier.

Mein Zimmer ist auch riesig mit Kùche und typisch indisch. Ein Geko wohnt auch hier.
Im Bad tummeln sich Delfine auf den Kacheln.......

Gestern hatte ich das Bedùrfnis nach einer Massage, da habe ich Cyrils Ayuvedic Center ausprobiert. Eine Stunde ayuvedische Òlmassage.
Massiert hat mich der sùsse Junge, den ihr am happy holy day mit der blauen Farbe im  Gesicht gesehen habt.
Es war schon irgendwie typisch indisch. Nichts geredet, nichts gefragt, keine Scham abgedeckt, aber ich dachte was solls, ich schweige und geniesse.
Irgendwann hat er am Kocher gefummelt, ich dachte schon der wird mich doch jetzt nicht mit heissem Òl ùberbrùhen, aber er sagte dann zwei Worte "steam bath" O.k. ich musste aufstehen und mich in einen Kasten setzen, die Tùr  wurde verriegelt und mir ein Laken um den Hals gewickelt, als Dichtung so zu sagen und schon kam der Dampf aus allen Ecken.

Danach habe ich dann ganz entspannt am Strand meditiert.

Heute ist Mittwoch und Anna wollte auf den Flohmarkt in Anjuna.
Also haben wir uns auf den Scooter geschwungen und uns durch den Verkehr geschlàngelt.
Auf dem Flohmarkt war es richtig bunt.

dazwischen mussten wir dann mal ins Wasser hùpfen, weil der Schweiss tropfte, aber es gibt ja genùgend Meer hier.
Auf dem Rùckweg nochmal durch den Markt zu unserem Scooter, alles so bunt hier.....

Das erste mal, dass ich nichts gekauft habe, aber ich kann echt nichts mehr kaufen, habe von allem genug.
Habe es genossen die Althippis zu beobachten, bei einer deutschen Frau, die in Indien lebt, Milchkaffee und selbst gemachten Apfelstreusel zu schlemmen, da kommt mein deutsch sein voll durch, seit langem mal wieder den Gespràchen in deutscher Sprache zu lauschen, vor allem den Berliner slang......dabei haben wir fest gestellt, dass es manchmal ganz gut ist, wenn man nicht alles versteht, der Kopf bleibt viel freier.

Danach haben wir noch einen Besuch in Kripa gemacht, Paul hat sich gefreut ùber unseren Besuch und uns gleich Suppe serviert.
Ja, Indien ist sehr speziell und herzlich. Es gibt sicher auch anderes was nur Insider mitbekommen, z.B. dass die Taxifahrer keine Russin mit indischen Jungs zusammen befòrdern, weil sie sagen es ist eine Nutte. Die Russinen haben hier keinen guten Ruf, manchmal zurecht, diese Person jedoch war die Freundin eines jungen Mannes hier und lebt hier. Diese Differenzierung hat der Taxi Fahrer nicht gemacht, wie auch.
Die Moral wird hier immer noch sehr hoch gehalten nach aussen, aber die junge Generation ist schon lange nicht mehr unschuldig, wenn Sie heiraten, zumindest in vielen Fàllen nicht, es gibt sicher Ausnahmen, wo die Kinder strenger bewacht werden.
Auch hier bleibt nichts wie es ist und mein Gefùhl ist, dass die Europàer auch viel zerstòrt haben.
Ein junger Inder hat mir erzàhlt Indien hat keine eigene Kultur, alles ist von aussen hier her gebracht worden, von den Portugiesen, den Englàndern, den Mongolen, den Missionaren und auch in frùheren Zeiten gab es hier viele verschiedene Vòlker, die zugewandert sind und jeder hat erwas mitgebracht.
Interessanter Blickwinkel, die Kultur hier kommt ùber die Religionen, die Inder haben den Hinduismus, die Tempel und den Buddhismus, der viel spàter kam und die Christen, die ùber die Portugiesen und die Missionare gekommen sind, besonders Goa ist voll von Christen und heiligen Kreuzen.
Ich liebe es an jeder Ecke einer Maria oder Jesus und Maria zu begegnen.