Kripafoundation Iyengar Yoga

Da mein Wunsch hier mit Frauen zu arbeiten im Moment hier nicht erfüllt werden kann, weil die Räumlichkeiten leider immer noch nicht im entsprechenden Zustand sind bleibt mir nichts übrig als mich dem Schicksal zu fügen und mit der Bewegung zu gehen, Zitat meiner lifetrainerin Mandakini.
Gott lob habe ich so viel mit ihr gearbeitet, das hilft mir hier ganz schön.
Die Bewegung ist Yoga, ich unterrichte 3 mal die Woche Yoga in Panjim mit Ex Patienten von Kripa, mit deren Eltern, mit deren Frauen, teils aus Russland und deren Freunde.
Es kommen immer mehr dazu und ich habe beschlossen noch mehr Kurse zu starten.
Die Nachfrage ist gross und dies scheint meine momentane Aufgabe zu sein.

Beim Üben ist mir aufgefallen, dass sich mein persönliches Yoga um einiges verbessert hat seit ich hier bin.
Entweder das liegt an den 3 Wochen intensiv mit Fr Joe oder an dem warmen Wetter, ich bin auf jeden Fall beweglicher geworden, vielleicht auch, weil ich so entspannt bin.

Impressionen die zur Entspannung verhelfen

Geschichten

Liebe Blogleser,
eine lange Pause auf meinem blog,  teils aus privaten, teils aus technischen Gründen.
Nun hat mein web Genie Tim alles wieder in Ordnung gebracht und ich habe alle Artikel neu hoch geladen.
Das was in den letzten 2  Wochen alles geschehen ist, werde ich in kurzen Geschichten und fröhlichen Bildern schildern.
"Wir werden alle Helden sein, auch wenn es nur für einen Tag ist, lass dich nicht unterkriegen".....deutscher Rapp, läuft gerade in meiner Internet Kneipe, in der ich immer schreibe.......
Schön mal wieder die deutsche Sprache zu hören, geschieht hier selten, alles in russischer Hand, die Welt wird gerade von den Russen erobert......
Gestern hat mich ein netter Mann aus der Ukreine gefragt, ob ich glaube, dass es einen Weltkrieg gibt.......er hat Angst vor Putins Taten, ich glaube das nicht......., aber ich bin kein Experte in Sachen Weltkrieg......
Hier jedenfalls ist alles friedlich, ich habe einige schöne Dinge erlebt, die mir Heilung geschenkt haben, habe aber auch einige Hänger gehabt, weil es mit dem Frauenprojekt nicht sonderlich voran geht. Aber ich habe beschlossen ich lasse mich nicht unter kriegen.
Ich kann nur das sagen, was ich meinen Schülern auch immer sage, ich bin nicht der Kontrolleur meines Lebens, das macht er da oben, wir müssen die Dinge, die wir nicht ändern können nehmen wie sie sind und den Mut haben, das zu verändern was geht.
Nun das hat mich einige Tage gekostet, bis ich diese so weisen und so bekannten Worte wieder in meiner Seele verinnerlicht hatte.......

Aber ich war auch auf einem fröhlichen Karneval in Panjim, nicht weil ich Karneval Fan bin, sondern weil ich mal sehen wollte, wie das in Indien so daher geht.
Es ist ähnlich wie bei uns, den meisten Spass hatten wir daheim und auf der Fahrt zum Umzug, durch nur eine Perücke.......

Aber auch die Szenen auf der Strasse und die vorbeirollenden Wagen waren hübsch anzusehen.....

Der Tag war bunt und schön.
Ausser dem Fasching habe ich auch zum ersten mal den indischen Friseur genossen.
Allerdings fand ich mich sehr mutig, den kleinen Friseurladen gegenüber meines Wohnhauses zu betreten.
Aber ich dachte mir, wenn es in die Hose geht, dann bleibt mir immer noch die 12 mm Frisur, also habe ich es gewagt...

Als der hübsche Friseurmeister dann aber die extra grosse Blechschere zückte, wurde mir doch erst mal anders.
Das Riesenteil klapperte an meinen Ohren und ich fragte mich ernstlich wie man mit so einem Monstrum akurat Haare schneiden kann.
Irgendwie hat er es geschafft, jahrelange Übung.
Neben mir sass ein junger Mann wie Jerry mein Sohn und bekam auch dessen Haarschnitt, das hat mich natürlich begeistert.

Ich dachte schon ich habs überlebt, das war jedoch ein Irrtum, jetzt gings erst richtig los.
Plötzlich hämmerte und schlug er auf meinem Kopf rum, massierte den Nacken, zog an meinen Ohren, bis dahin wusste ich gar nicht dass Ohren knacken können, ich war mich auch nicht schlüssig, soll ich das jetzt gut oder schlecht finden, als er dann meinen Nacken in beide Richtungen herum riss und knacken liess, wusste ich er ist ein Profi, weil ich mich echt besser bewegen konnte und meine Verspannungen weg waren.
Manchmal war der Unterschied zwischen Massage und Schläge nicht erkennbar, einen Eindruck davon könnt ihr vielleicht auf den Fotos finden, die sein kleiner Neffe stolz geschossen hat.
Am000

Auf jeden Fall ging ich voll beglückt aus dem Laden und habe ihm das doppelte bezahlt von dem was er wollte, er wollte 1,5 €.
Danach habe ich immer noch ein Lächeln auf den Lippen den Sonnenuntergang genossen.

Alltag in Colva

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Morgens um sechs, an den Strand gelaufen im dunkeln um den Sonnenaufgang zu sehen.
Ich dachte ich bin alleine, war verabredet mit Roger, einem Engländer, mit dem ich mich prächtig unterhalten kann über einfach alles, das ist schon mal genial.
Allerdings musste ich eine viertel Stunde laufen zu dem Ort, wo wir uns verabredet haben.
Dabei habe ich deutlich gespürt was zelluläres Bewusstsein ist. Ich war nämlich nicht wie erwartet allein am Strand, es sind mir immer wieder Männer begegenet, mit grossen Hunden oder in Gruppen mit Stöcken oder alleine jockend.
Ich war mir sicher, ich habe hier keine Angst, weil mir alles schon so vertraut ist und die Leute sind nett.
Meine Erfahrung war eine andere, immer wieder kamen neue Männer von vorne auf mich zu und ich merkte wie ich mich nicht sicher fühlte, wie plötzlich alte Gefühle, Erinnerungen hoch kamen, die nichts mit hier zu tun haben. Dann kamen mir die Schlagzeieln der Vergewaltigungen hier in Indien in den Sinn.
Ich beschloss jetzt ist gut, habe gebetet, das Licht Jesus möge mich so leuchtend machen, dass sich niemand mir nähert.
Dennoch habe ich Roger angerufen, ob er unterwegs ist. Er war unterwegs und wir haben uns genau dort getroffen wo wir verabredet waren.

Ich war froh ihn zu sehen, wusste aber auch, dass meine Angst unbegründet war und aus alten Zellschichten kam.
Ich arbeite gerade mit dem healing code, um diese alten Geschichten auf zu lösen. Deshalb war es für mich eine wichtige Erfahrung zu spüren wie der menschliche Organismus funktioniert.
Wir hatten einen wunderbaren Schwimm im warmen Wasser mit hohen Wellen und einen super Sonnenaufgang.
Danach bin ich wieder alleine nach Hause gelaufen, es war schon hell und der Strand belebter, Russinen in Bikinis joggten an mir vorbei, für mich ein Rätsel wie man im Bikini joggen kann mit auf und ab wippenden Titten, aber diese Art von Menschen scheinen dafür null Gefühl zu haben. Später trank ich einen Tee bei meinem Kaschmiri Freund im Laden, da kam auch eine in das Geschäft nur mit Bikini bekleidet und das in Indien, die mit Nacktheit gar nichts am Hut haben, finde ich einfach nur kulturlos.
Auf meinem Nachhauseweg bin ich bei Bob's eingekehrt, das ist meine Lieblingsstranbar, wo mich alle schon kennen und sich freuen, wenn sie mich sehen.

Ich setzte mich hin, bestellte Porridge und Milchkaffee und geniesse den Ausblick.

Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zu meinem Zimmer, dabei komme ich am Boomernag vorbei, das ist die Strandkneipe, die direkt am Meer, sehr nahe zu meinem Wohnort liegt. Dort bin ich auch schon sehr bekannt, weil ich täglich vorbei laufe und oft das Wifi benutze, meinen blog schreibe, was trinke und den Sonnenuntergang bewundere.

Weiter mich bewegend bleibt mein Auge an vielen kleinen Details hängen.
Dinge die irgendwo hin gehiören oder auch nicht, verlassene Kleider, vereinsamte Schuhe, dazwischen strahlende Blumen oder Müllberge, einfach alles was es gibt auf dieser Welt ist irgendwo zu finden.

Kurz bevor ich die Strasse zu meinem Haus überquere ist ein kleiner shop, da sitzt jeden Tag ein vierzehnjähriges Mädchen nach der Schule und muss Sachen verkaufen, ich glaube ich habe das schon mal erwähnt, sie hat mein tiefes Mitgefühl. Bild rechts, heute sitzt ihre Schwester da, weil die Schule noch nicht aus ist war und ihre Schwester die Schule schon fertig hat und somit morgens den Dienst antreten muss.
Eine kleines Mädchen mit neugierigem Blick ist heute auch hier und schaut mit grossen Augen.

Nach eine längeren Unterhaltung habe ich meinen Hof betreten. Mein Hof und das Haus ist sehr gepflegt, aber ich wollte Euch unbedingt mal die Laternen vorführen, die in Plastik eingewickelt sind, zum Schutz gegen Staub.
Aber nicht nur die Laternen, nein auch die Plastikblumen im Wohnzimmer sind in Plastiktüten eingepackt zum Schutz gegen Staub, für mich nicht ganz als hübsch zu bezeichnen, aber so sorgen sich eben die Inder um ihre Sachen.

Im Hof wird gerade gearbeitet, es werden Kühlschränke restauriert. In akribischer Kleinarbeit wird die alte Farbe abgekratzt und die neue aufgebracht, mindestens 3 Tage für einen Kühlschrank. Wenn ich da an meine Freundin Sabine denke, die macht so etwas in 2 Stunden, aus einem weissen Kühlschrank wird ein pinker Kühlschrank.
Der sympathische Herr mit nacktem Oberkörper ist mein netter Vermieter.
Wenn ich dann zu meinem Zimmer laufe schaue ich auf Palmen und Bananenbäume.
Und heute wurde mein Zimmer gereinigt, so kann ich mal ein Foto wagen.

Den Tag habe ich dann auf meinem Balkon verbracht mit einem wunderbaren Wind, der mich umwehte und dem Buch Shantaram, das mich immer noch fasziniert.
Nachmittags habe ich mich schweren Herzens von dem Buch getrennt, um mich noch etwas zu bewegen, etwas Yoga gemacht, einen Salat gegessen und zum Strand marschiert, heute möchte ich den Weg nach Benaulim endlich mal zu Ende laufen.
Die Kühe machen es den Touristen schon nach, sie braten in der Sonne.

Auf halbem Weg habe ich bei meinem life guard angehalten, er kennt mich schon. Wenn ich alleine am Strand bin mit meinem Rucksack, Handy, Geld, Tablet, lasse ich ungern alles unbewacht am Strand liegen, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass niemand das Gepäck nimmt, aber es schwimmt sich einfach relaxter, wenn es bei jemand liegt. So lege ich es immer beim life guard ab, die sitzen in einigem Abstand, am ganzen Strand und passen auf, dass niemand ertrinkt.
Heute habe ich mich zum ersten mal lange mit ihm unterhalten. Er sitzt sechs Tage die Woche hier von neun Uhr Morgens bis halb sieben Abends. Unter einem Sonnenschirm. Er bekommt 7000 Rupien im Monat, das sind nicht mal 90 €, davon muss er 1000 € für Essen bezahlen, alle life guards wohnen in einem Haus am Strand. Er arbeitet auch in der Regenzeit. Er kommt aus einer Fischerfamilie.

Ich nehme mein zweites erfrischendes Bad heute und laufe weiter, plötzlich sehe ich Roger's, wie witzig ein Lokal, das genauso heisst wie mein Begleiter heute Morgen. Kosmisch oder Zufall. Ich setzte mich hinein und schreibe diesen blog.
Ein ganz entspannter Tag in Indien. Inzwischen bin ich so gelassen und relaxed, dass sich auch mein Körper ganz anderst anfühlt und das Yoga immer besser gelingt, weich und smooth. Morgen früh um sechs werde ich wieder nach Panjim fahren, zu meinen Schülern.
Namaste

20 Jahre verheiratet

Pamela und Agnelo sind 20 Jahre verheiratet.
Pamela arbeitet seit 24Jahren für Kripa. Sie war einst Patientin und ist danach stuff in Kripa geworden.
Ich lernte sie 1995 kennen. Damals war sie Witwe und betreute ihren alten Onkel, er wurde 102 Jahre.
Nach sieben Uhr durfte sie das Haus nicht verlassen, sie hatte keine Rechte. Einmal überredete ich Ihren Onkel, dass Sie mit mir nach 7 Uhr essen gehen durfte.
Damals hat sie mir sehr leid getan, weil sie war eine sehr liebe Frau. Gott hat ihr gutes Wesen belohnt, er hat ihr Agnelo geschickt.

Als ich wieder einmal in Goa war erfuhr ich, dass ihr Onkel gestorben war und sie geheiratet hat.
Welch ein Glück für Pamela. Nicht jede Witwe hat dieses Glück.
Sie hat einen guten Mann gefunden, Agnelo, er hat immer ein Lächeln auf den Lippen, ich habe ihn noch nie ohne gesehen.
Sie haben ein schönes Haus auf dem Land in einem kleinen Dorf, nähe Margao.
Gestern haben sie mich zu ihrem 20 jährigen Hochzeitstag eingeladen, er wurde in sehr kleinem Kreis gefeiert, aber es war ein Abend mit lauter lieben, fröhlichen und dankbaren Menschen.
Überall in Goa gibt es Schwarzwälder Kirschtorte, wie diese Torte aus dem Schwarzwald hier her gefunden hat, weiss ich nicht, aber ich vermute mal ein Deutscher hat sie eingeführt und sie fand solche Begeisterung, dass sie jetzt alle nachbacken.
Ich besorgte so eine Torte mit spezieller Aufschrift und einen kitschigen Blumenkorb, so wie die Inder es lieben und Augusto hat mich mit dem Motorrad abgeholt ich schwang in der einen Hand die Torte, in der anderen die Tasche mit den Blumen.
Es ging über Land, vorbei an Reisfeldern, Blumen, Palmenhainen bis wir das kleine Dorf erreichten.
Wir wurden freudig empfangen.

Das Paar musste die Torte anschneiden und sich gegenseitig füttern. Immer wieder freue ich mich über diese gelebten Rituale, das vermisse ich bei uns, wir machen so etwas in Selbsterfahrungsgruppen, so kenne ich es zumindest.
Die Torte schmeckte süss, die Sahne war natürlich keine Sahne, sondern Creme und der Schwarzwälder Kirschnaps fehlte völlig, genossen haben wir sie trotzdem.

Wir hatten Spass und ein leckeres Essen, wie immer in Indien, nach vielen Starters kommt das Essen frühestens Abends um zehn.

In jeder Wohnung sind Altäre, so auch bei Pamela und Agnelo, ich liebe es, und am Ende des Abends wurde ich von den Gastgebern nach Hause gefahren.
Ich fühle mich hier so angenommen als würde ich schon ewig hier leben.

womanpower

Vor zwei Tagen bin ich am Strand entlang gelaufen Richtung Benaulim. Ich wollte mich bewegen.
Auf halbem Weg sehe ich eine Frau im Sand sitzen und bitterlich weinen. Mein Herz sagte, geh zu ihr hin und lege den Arm um sie, wie wir es im Heilen bei Mandakini immer machen, mein Verstand sagte, das kannst du nicht machen, sie wird es nicht mögen, das ist übergriffig.
Ich folgte meinem Herzen, setzte mich neben sie und legte meine Hand auf ihren Rücken. Sie weinte noch mehr, ich frage, ob ich ihr irgendwie helfen kann, sie sagt "I am o.k. go". Ich antworte, dass ich sehe dass sie traurig ist und dass ich hier bin für die Frauen und ich lege meinen Arm um sie und halte sie, sie weint noch mehr, ich ermutige sie zum weinen, wie ich es bei Mandakini gelernt habe, sie weint und weint und irgendwann hat sie sich beruhigt.
Sie erzählt mir Ihre Geschichte, ich höre zu.
Ihr Mann mag nur Partys und das Internet, er hat sich ein teures touch screen handy gekauft und ist den ganzen Tag im face book am chatten, wenn sie kommt schliesst er den Bildschirm. Sie musste ihr Gold verkaufen, um das nötige Geld auf zu bringen, dass sie mit Ihrem kranken Kind zum Arzt gehen konnte.
Sie haben einen 6 jährigen Sohn und eine einjähriges Mädchen. Er gibt ihr kein Geld, die Schwiegermutter behandelt sie sehr schlecht, die Mädchen müssen in Indien nach der Hochzeit in das Haus des Mannes ziehen, wo natürlich seine Mutter lebt und das Sagen hat.
Während ihrer Schwangerschaft hat sie keine nahrhafte Nahrung bekommen, sondern die Schwiegermutter hat ihr das Meiste verboten zu essen.
Trotzdem hat sie ein gesundes, 3 kg schweres Mädchen geboren, weil Gott es so wollte und die Tochter der Schwiegermutter, die 4 mal am Tag nur das Beste in Mengen gegessen hat, hat ein Frühchen von 7 Monaten mit nur 750 gramm geboren, das in den Brutkasten musste.
Gott hat ihrer Schwiedermutter alles zurück gegeben was sie ihr angetan hat. Sie hatte einen Kaiserschnitt und konnte nach der Geburt nicht aufstehen, auch da hat ihr niemand das Reiswasser, das mit Kokosnussmilch und anderen wertvollen Substanzen versetzt und gekocht wird, gegeben. Die Mütter hier bekommen dieses nahrhafte Getränk, dass sie gute Milch zum Stillen haben, für das neugeborene Baby.
Sie durfte auch nicht in der Waschmaschine ihrer Schwiegermutter waschen, sondern musste ihre Wäsche von Hand waschen. Ich denke mir erzählt gerade jemand das Märchen von Aschenputtel, das hat mich als Kind immer am meisten berührt.
Sie sagt auch sie will sich nicht beschweren, sie hat sogar ihrer Schwiegermutter irgend wann eine neue Waschmaschine gekauft, weil ihre kaputt ging und sie hat nun eine eigene, mir kommt der Satz: Du sollst deine Feinde lieben und nicht schlecht über andere reden, das ist es was sie gerade sagen möchte, dennoch ist sie dieser Person ausgesetzt und trotz allem versucht sie ihren Glauben zu leben, sie sagt die meiste Zeit ist sie still.
Sie ist verzeifelt und sucht nach einer Lösung wie sie sich aus dieser Situation befreien kommt. Sie möchte zu Ihrer Schwester, diese lebt in London. Dafür braucht sie aber einen portugiesischen Pass, der ist sehr teuer und sie kann nicht arbeiten, wegen dem Baby, sie kann das Baby auch nicht mit nehmen,
Ihr Traum ist es eine Montessori Schule auf zu machen, sie ist ausgebildete Erzieherin und hat studiert. Sie könnte arbeiten, aber sie hat niemand für ihre Tochter.
Sie ist sehr gebildet, das ist mir während ihrer Erzählungen mehrmals aufgefallen, wie sie beschrieben hat, welche Werte sie ihrem Sohn vermittelt und dass dieser auf sie hört. Dass man den Müll nicht einfach in die Gegend wirft, wie das hier alle machen, sie benutzt keine Plastiktüten, sondern hat eine Leinentasche, Plastik verbrennen ist ungesund und verpestet sie Luft, trotzdem machen es alle hier. Indien ist sehr korrupt und es ist schwer hier etwas zu erschaffen, sie meint zu mir, ich werde hier scheitern, die Leute haben kein Bewusstsein.
Sie hatte einen guten Vater, der nie geschrien oder geschumpfen hat, er hat seinen Kinder alle Werte beigebracht, liebevoll und freundlich, auch wenn sie etwas falsch gemacht haben, hat er nicht aufgehört sie zu lieben.
Ich entnehme ihren Erzählungen, dass sie sehr mit Gott verbunden und gläubig ist, sie ist Christin.
Sie zitierte sehr viel aus der Bibel, auch dass Gott alle aus dem Tempel geschmissen hat, weil er kein Partyhaus, sondern ein Gotteshaus ist.
Sie würde sich auch nie scheiden lassen, das empfindet sie als nicht richtig gegenüber der Familie, aber sie wird in das Haus ihrer Mutter zurück gehen, wenn ihr Mann wieder weg ist. Er ist Seemann und nur 2 Monate im Jahr zu Hause, sie kann nicht weiter ihr Gold verkaufen, das tut ihr weh und er kümmert sich nicht um die Familie.
Ich frage sie, ob es eine arrangierte Heirat war, weil das in Indien immer noch fast überall üblich ist. Sie sagt nein, es war eine love marriage, aber es war ein Fehler.
Ich frage sie, ob er sie schlägt, sie sagt nein, aber er hat es in der Nacht versucht, sie hat jedoch zu ihm gesagt, niemand kann sie nieder machen und entwürdigen und niemand kann sie zum Sex zwingen, wenn sie es nicht will, und wichtiger als Sex sind die Kinder.
Ich habe ihre Stärke gespürt, als sie das erzählte, sie gestand mir auch, das zweite Kind hätte nicht sein dürfen, sie wollte es nicht, es geschah nach einer Party, sie hatten Alkohol getrunken. Aber für sie war klar, sie wird das Kind zur Welt bringen, weil etwas anderes kommt für sie nicht in Frage.
Sie erzählte mir auch von ihrer netten Nachbarin, die ihr zur Seite steht und je mehr sie erzählte um so entspannter wurde ihr Gesicht, und wenn sie von den schönen Dingen redete, ihr schönen Kindheit, ihrer Nachbarin, dann kam die Kraft zurück, die sie kurz am Strand verloren hatte.
Sie sagte, sie war seit November nicht mehr am Strand, sie hatte eine Auseinandersetzung mit Ihrem Mann, weil er ihr kein Geld gab und der Meinung war sie solle ihr restliches Gold verkaufen. Ihr Sohn jedoch wollte das nicht, er sagte zu ihr hol dein Gold zurück, aber wie soll sie dies machen.
Deshalb ging sie verzweifelt zum Strand und hat gebetet, Gott möge ihr eine Lösung anbieten.
Und jetzt hat sie mich getroffen, Gott hat sie nicht allein gelassen, sie lächelte.
Ich merkte sie hat nichts gegessen, sie sagte auch immer wieder die Schwiegermutter gibt ihr nur Reis und Chapati, kein Fleisch, kein Fisch.
Ich lud sie zu Kingfish mit Chips und Salat ein, sie wollte nicht annehmen, aber in manchen Dingen bin ich eben dominant und so sassen wir dann in einer gemütlichen Strandbar und genossen unser Mahl. Dabei erzählte sie mir, wie sie zu Hause mit ihrere Familie immer zusammen gegessen haben und jetzt ist jeder für sich zuerst gibt sie ihrem Sohn zu essen, dann isst sie, ihre Schwiegermugter, ihr Mann sie essen nie zusammen, sie essen meistens im Stehen, sie findet das furchtbar und jetzt sitzt sie hier und isst mit mir.
Wenn sie arbeiten könnte, hätte sie Geld und könnte leben, ich erzähle ihr von dem Frauenprojekt was ich in Colva starten möchte, und dabei kommt mir die Idee, wir könnten einen Raum für kleine Kinder einrichten, indem 2 Mädchen sich um die Kinder kümmern, während die Mütter arbeiten gehen. Von dem Geld können sie etwas für die Mädchen abgeben und mit dem Rest leben, das wäre doch perfect. Sie könnte die erste sein, die in Colva mit einsteigt. Ich zeige ihr die Bilder vom Haus, auf dem einen Bild ist Neela mit drauf, eine engagierte Frau und Lehrerin, die viel soziale Projekt hier unterstüzt und sich auch für das Kripa Projekt einsetzt.SIe sagt sie kennt diese Frau, es war ihre Lehrerin und s
ie ist soger befreundet mit ihr.
Das kann kein Zufall sein, ich sage zu ihr das hat so sein müssen, dass wir uns hier treffen, das war Gottes Plan, sie nickt und sagt ich heisse nicht umsonst Lourdes, es ist der Name von der heiligen Mutter Maria in Lourdes, in Frankreich, sie trägt diesen Namen und ihre Tochte heist Luz was Licht bedeutetd.
Wir tauschen Telefonnummern aus, versprechen uns in Kontakt zu bleiben, es ist schon spät, ich frage sie, wo ist deine Tochter jetzt, sie meinte nur lächelnd, ich habe meiner Nachbarin gesagt, sie soll meinem Mann sagen, sie braucht alle 3 Stunden essen, damit er merkt, dass er eine Tochter hat.

Die Begegnung mit Lourdes war für mich wie eine Erscheinung Marias, ich laufe am Strand entlang, über ein Mail nachdenkend  von einer Freundin, der ich erzählte wie stockend hier alles vor sich geht, dass ich nichts machen kann in dem Haus, weil die Bauarbeiten gerade mal wieder eingestellt sind, sie schrieb mir Sima bleib dran, du bist für einen bestimmten Zweck in Indien, gib nicht auf, halte durch.
Dann sitzt da Lourdes in Tränen aufgelöst, in einem anderen Moment wäre ich vielleicht weiter gelaufen, aber in diesem Moment habe ich gespürt, ich darf nicht vorbei gehen, Indien lehrt mich viel, meine Vorstellung von richtig und falsch sind hier nichts wert, meine Vorstellung von coaching, kann ich hier knicken, im Fluss sein, heisst auf die kleinen Dinge achten, sein Herz in jedem Moment bei sich tragen, vertrauen auf den göttlichen Plan, der mich hier her geführt hat, nichts bewerten, nichts beurteilen, wissen die Dinge geschehen wie sie geschehen sollen, das infinitive der Welt begreifen, die spirituelle Dimension umfasst alles, die Liebe ist überall, manchmal für uns sichtbar, manchmal versteckt, Gefahr ist überall, doch ihr zu begegnen ist Leben.
Das Gebet für die Patienten in Kripa Lautet:
HERR GIB MIR DIE GELASSENHEIT, DIE DINGE ZU AKZEPTIEREN, DIE ICH NICHT ÄNDERN KANN,
DEN MUT, DIE DINGE ZU VERÄNDERN, DIE ICH VERÄNDERN KANN
UND DIE WEISHEIT DAS EINE VOM ANDEREN ZU UNTERSCHEIDEN!!!!!!

I

Am Strand bin ich des öfteren einem wunderschönen Stier begegnet, der von 2 Menschen, die sehr natürlich und einfach aussahen geführt wurde.
Ich dachte immer wie schön das Tier ist und wie einfach die Bauern sind und es hier am Strand ausführen bis Lourdes mir erzählte, diese Stiere werden zu Kämpfen eingesetzt, sie werden einem anderen Stier gegenüber gestellt, und müssen kämpfen, sie findet es schrecklich.
Wenn ich jetzt diesen wunderschönen Stier und die Bauern sehe, sind meine Gedanken andere, was tun, sich daran erinnern, dass es auch in Spanien Stierkämpfe gibt, und dass überall auf der Welt Menschen sind und da wo Menschen sind ist nichts vollkommen.
Iyengars Zitat dazu lautet:
Die Lotusblüte wächst im schlammigen Wasser und wir sollen wie die Lotusblüte auf dieser Welt leben ..............