full day shikara mit Ali Baba

Einen ganzenTag in der Shikara meines Juwelliers Ali Baba.
Er ist nicht reich, hat einen behinderten Sohn, und noch einen Sohn und  2 Tòchter.
Bevor ich mir irgendeine Shikara miete, mòchte ich lieber ihn unterstùtzen.
Worte braucht es fùr diesen Tag nicht. Die Bilder sind Meditation.

Teepause im grùnen Djungel

Jetzt kommt der Freund mit dem Goldschmuck an Board, ich hatte kund getan, dass ich Goldschmuck ansehen wollte.

Vor lauter Bewunderung der Diamanten, sind alle in den weissen Tùtchen, habe ich vergessen ein Bild zu machen, aber ich habe mir ein paar goldene Ohrringe mit echtem Aquamarin gegònnt, sind meine Steine, laut Horoskop, und warum soll ich warten bis vielleicht ein Mann mir diese schenkt, ich dachte ich schenk sie mir selbst. Schòne Erinnerung an Kashmir.

Wir haben eine Landpause eingelegt und sind zu Ali Baba's Schmuckmacher gegangen und anschliessend zu seiner Familie zum essen.
Dort habe ich gesehn, dass er wirklich nicht reich ist, es tut einem irgendwie in der Seele weh, zu sehen wie manche Menschen leben und dennoch sich nicht beschweren. Auch das Los mit dem behinderten Kind, was sich nicht alleine bewegen kann, es wird mitfùhlend  getragen und mit Liebe umsorgt.
Sicher kommt es daher, weil sie hier innerhalb der Familie Verwandte heiraten. Auch Ali Baba hat eine Verwandte mùtterlicherseits geheiratet.
Er wusste nicht, dass sich das negativ auf die Gene auswirken kann, er hat auch keine Schule besucht.
Auf der Shikara bekommt er jeden Tag seinen Frieden. Sein Gesicht ist freundlich und entspannt; ich mag ihn.

Das ist seine Familie.

Jesus Valley

Gestern war ich in Yusmarg wo das "Jesus-Valley" ist. Es wird gesagt Jesus war in Kaschmir.
Das Jesus-Valley ist ein wunderschònes Tal, welches mich an Feenwàlder und Irland erinnerte.
Wirklich veblùffend wieviel schòne Naturflecken es hier gibt.
Am Anfang wollten die Bauern uns unbedingt auf ein Pferd setzen, ich blieb hartnàckig, war so froh endlich mal meine Fùsse zu bewegen.

Wir liefen in einen wunderschònen Wald, kamen an einen Fluss und mitten im Wald war eine kleine Mosque aus Blech.

Nach eine Pause am Fluss wurde der Wald immer màrchenhafter, als wàren Feen um uns herum, und wirklich saftiges grùn.

Statt Fee begegnete uns ein schwarzes Babyschaf mit weissem Kòpfchen......

Und auf dem Rùckweg stolze Frauen mit schweren Lastennauf dem Kopf. Sie scherzten und lachten, als ich Fotos machte.

Nach einigen Flussùberquerungen erreichten wir das Auto wieder.
Dort genossen wir einen Tee und fuhren dann zurùck.
Unterwegs mussten wir uns mehrmals einen Weg durch die Schafe bahnen.
Mich erinnerte es an Bilder mit Jesus und einem Schaf.

In den Bergen hier wird das Heu auf Baumen getrocknet.
In Charsherif (keine ahnung ob das richtig geschrieben ist)machten wir einen Stop, dort ist eine berùhmte Mosque, deren Klang uns schon von der Ferne entgegen kam.

Alles in allem ein schòner Tag in der Natur.
Das Leben kann so schòn sein, aber in 11 Tagen ist mein Aufenthalt hier zu Ende.

Shikara und Hausboot

Es ist romantisch und entspannend eine Fahrt mit der Shikara (Seetaxi) ùber den See.
Heute hat mich mein Juwellier, welcher nur mit seiner Shikara reist und auf Hausbooten Schmuck verkauft, (er hat keinen Laden), eingeladen zu einer kleinen Shikara-Seerundfahrt.
Er hat mir wunderschònen Schmuck gemacht, den wir vorher auf der Terrasse des Hausbootes begutachteten.



Ich war ùberrascht was wir alles gesehen haben.
Es gibt shops mit Tee, Keksen und allem was man braucht, Fleischer, wer hier auf dem Wasser wohnt muss nicht unbedingt an Land zum einkaufen.
Die Blàtter der Seerosen dienen als Parkplatz, da bleibt das Boot stehen, ohne davon zu treiben.

Beim shop halten wir an, er kauft super leckere Kekse, dann schmeisst er seinen Kocher an und kocht Tee.
Wir rudern zu der Seeroseninsel, parken in den Blattern und trinken Chai.
Sehr romantisch, nette Gespràche mit anderen Booten, die auch hier halten.
Ein  besonderes Erlebnis, weil man die Dinge vom Wasser aus betrachtet.


Es gibt unterschiedliche Hausboote, wunderschòne, luxuriòse sehr gepflegte mit alten Holzschnitzereien und prachtvollen Einrichtungen, aber auch alte, etwas verwahrloste, nicht renovierte von àrmeren Menschen, die nicht das Geld fùr die kostspielige Reparatur haben.
Die Menschen wohnen seit Generationen auf dem Dal Lake und dem See daneben auf Hausbooten.
Fùr Touristen nicht schlecht, weil man ein Zimmer in allen Preisklassen findet. Ab 500 Rupies (ca 6 €) bis schàtzungsweise 5000 Rupies oder mehr.
Hier ein paar Bilder von den 2 Hausbooten meiner Familie. Das gròssere, H.B.Ceylon ist etwas luxuriòser, da kostet das Zimmer um die 2500 Rupies ( 30 € ). Das kleinere C.zara ist etwas preisgùnstiger, ab 1000 Rupies aufwàrts.
Die beiden Jungs machen den Hausbootservice.

C. Zara

Es gibt auch eine Dachterrase mit phantastischem Blick ùber die Boote.

Ich wohne hinter den Hausbooten im Haus der Familie, es steht auf Pfàhlen im Wasser, vor meinem Zimmer blùhen die Rosen und ich schaue in den Garten, der auch unter Wasser steht.

.............. manche Boote sinken, weil der Besitzer verstorben oder um die Ecke geschaut, das etwas andere Bild, was mir persònlich auch gefàllt, der Scharme des Zerfalls.....

Gagan

Mein Bewegungsdrang wird immer gròsser also beschliesse ich mit Gowher noch mal nach Gagan in sein Hotel in den Bergen zu fahren, da er dort Gas und Essen hin bringen muss.
Ich kònnte dann einen Tag wandern.
Beim Auto funktioniert die Kùhlung nicht. Es ist Sonntag. Wir klappern diverse Wekstàdten ab, bis wir eine finden, die repariert.

Nach einigem Feilen und fummeln muss nun doch ein neuer Motor fùr das Geblàse her.
Also laufen Gowher und sein Bruder Umar los und kommen wenig spàter mit einem Motor zurùck.
Wir trinken noch eine Chai vom Tea stal nebenan und irgendwann ist das Auto startklar.
Auf geht's in die Berge.
Unterwegs kaufen wir alles ein, Obst, Fleisch, Gas, was das Hotel braucht.
Als wir kurz vorm Hotel den Berg rauf fahren ùberholen wir 2 Mountainbiker, es regnet und ist kalt.
Wir fragen sie, ob sie eine gute Unterkunft gebrauchen kònnen und wenig spàter kommen sie ins Czara.
Es waren 2 Schweizer Michel und sein Bruder, der aussah wienGerard Departieu. Echt touffe Burschen zwischen 55 und 60, voll fitt und abeteuerlustig.
Sie wollen tatsàchlich mit dem Fahrrad nach Ladakh radeln.
Die Strasse nach Ladakh ist aber gesperrt, wegen Schnee und Regen.

So schlagen wir ihnen vor erst mal zur Polizeistaion nach Sonamarg hoch zu fahren und nach zu fragen wie die Lage ist.
Oben sind alle Lorries, die wir noch letzte Wochen gesehen haben weg.
Es haben wohl 600 Autos morgens zwischen 4.00 und 7.00 Uhr die Strasse passiert. Nun ist sie aber wieder gesperrt, weil Schnee und Regen gefàhrliche Erdrutsche und Glàtte verursachten.

So haben die beiden erst mal kein Glùck, sie kònnen aber morgens um 5 anrufen, vielleicht wird geòffnet.
Mir ist so kalt und ungemùtlich, dass ich erst mal in die nàchste Klamottenbude renne und mir einen typischen Kaschmiriumhang kaufe, wie ihn die Schàfer und Hirten hier tragen.
Ein Riesenaufruhr und Tumult, alle Kaschmiries  finden es klasse, dass ich so ein Ding kaufe, es macht sie wahrscheinlich stolz.

Ich bin total froh, es ist warm und erst mal regenabweissend.

Wir fahren wieder zurùck und haben einen schònen Abend mit den beiden Schweizern.
Ich unterhalte mich super mit Michel, er geht seit 37 Jahren nach Indien, spricht Hindi und ist mit dem Fahrrad von Keralla bis Kaschmir gefahren.
Er will ganz Indien mit dem Fahrrad machen.
Sein Bruder kam in Srinagar dazu und es war der erste Tag fùr beide.
Er hat  schon viel getrackt in seinem Leben und soziale Projekte in Indien gemacht. Dort als Lehrer mit Strassenkindern gearbeitet und echt Erfolg gahabt.
Sehr spannend was man fùr interessante Menschen trifft, wenn man durch die Welt reist.
Am nàchsten Morgen ist klar, die Strasse wird nicht auf gemacht, so àndern die beiden kurzerhand ihre Route.
Gowher fàhrt zurùck nach Srinagar, ich will unbedingt laufen und bleibe.
Am Morgen war noch Sonnenschein, doch bis alle weg waren und ich gefrùhstùckt hatte wurde das Wetter schlechter.
Ich war wild entschlossen trotzdem zu gehen, habe mich in meinen neuen Mantel geschmissen und bis los gelaufen.
Es hat zwar geregnet, aber die Wanderung war ein Traum, alles so frisch und grùn.

Ich kam etwas feucht zurùck ins Hotel und dort gibt es keine Heizung, es war schweinekalt und mir blieb nichts als das Bett mit Wàrmflasche und Buch.
Irgendwann kam ein àlterer Herr aus Neuseeland zum Essen, da wurde ich gerufen.
Er kauft Kaschmier Schals und verkauft sie in Neuseeland an die gehobenere Gesellschaft.
Er ist zum ersten Mal in Indien, bisher hat er in Thailand und anderen Orten eingekauft.
Er wurde auch gleich gelinkt hier, sprich er hat viel zu teuer eingekauft.
Ich habe mit ihm gespeist und ihm ein paar Tipps gegeben.
Dann bin ich wieder ins Bett. Nachmittags habe ich mein Buch ausgelesen und bin dann zum Abendessen wieder in den kalten Speiseraum.
Im Hotel war eine indische Familie aus Mumbay, mit dem Mann habe ich mich unterhalten und er bot mir an mich morgen mit nach Srinagar zu nehmen, falls ich hier weg will.
Ich entscheide morgen frùh.
Als es morgen war, meine Klamotten immer noch nass und ich alles als àusserst ungemùtlich und kalt empfand, bin ich mit der Familie Richtung Srinagar gefahren, trotz Sonnenschein in den Bergen. Ich hatte keine Lust mit nassen Schuhen und nassen Klamotten zu wandern und ohne Heizung trocknet das Zeug nicht.
Also hatte ich eine nette Autofahrt und den Rest bin ich mit Rikscha gefahren.
Wàhrend ich weg war, ist die Nachbarin, eine alte Frau gestorben.
Ferida war auch bei Nachbars und ich hòrte beim Heimkommen die Klagegesànge der Frauen. Es war sehr berùhrend, zu sehen wie die  vielen Frauen im Hausboot sitzen und zusammen singen, wie in alten Zeiten.
Danach sassen die Mànner, alte Moslime mit langen weissen Bàrten und weissen Mùtzen vor dem Haus und haben geredet. Ich habe alles hautnah miterlebt mich jedoch nicht getraut zu fotografieren. Nur ein Foto durch mein Fenster habe ich gewagt.

Spàter hat Ferida in der Kùche gekocht fùr die Nachbarn und Tempelessen.
Simu, die sonst die Kùche im Griff hat, fùhlte sich nicht wohl und sass mit Besuch im Esszimmer.

Vivanta

Heute gehe ich alleine los, ich will mich bewegen, auf den Berg zum Tempel laufen.

Am Einstieg hàlt mich das Militàr zurùck, ich bekomme keine Genehmigung zum Tempel zu Fuss zu gehen, weil 4 Leoparden gesichtet wurden und es gefàrhlich ist. Mit Rikscha kann ich fahren. Fuer einen Leoparden dùrfte es allerdings  ein leichtes sein in eine Rikscha zu springen, deshalb gebe ich das Projekt auf, mit Taxi habe ich keine Lust.
Sofort bin ich umringt und jeder will mich irgendwo hinbringen.
Ich entscheide mich fùr eine Rikschafahrt zum Parimahal Garten, er liegt auch auf einem Berg, aber einem anderen, wo momentan keine Leoparden ihr Unwesen treiben.

Ein wunderbarer Ausblick ùber ganz Srinagar von hier oben.
Herrliche Bàume und Blumen.

Und wie in jedem Garten kann man sich in original  Kaschmier Kostùme werfen und Fotos machen. Die Inder lieben das.
Mir reicht mein Kopftuchoutfit, mehr brauche ich nicht.

Nachdem ich genug Weitblick genossen habe, mache ich mich auf den Rùckweg, zu Fuss, zum Leid der Rikschafahrere, die mich fùr einen Spottpreis unbedingt fahren wollen.
Ich bin froh meine Beine zu bewegen, unterwegs komme ich an Imbissbuden vorbei und gònne mir einen Tee und lasse meine Schuhe putzen. Dabei bin ich umringt von Mànnern, die mich ausfragen. Aber es ist lustig und ich mache mir einen Spass aus dem Gespràch. Dann laufe ich weiter und plòtzlich stehe ich vor einem kleinen Tempel.

Ich geniesse es in den Tempel zu gehen und dann weiter zu laufen.
Und schwupps stehe ich vor dem tulip garden, da wollten wir gestern schon hin, aber er war zu.
Ich weiss die Tulpen sind schon verblùht, aber er liegt so schòn an einem See und ich bin etwas mùde und kònnte ein kleines Nickerchen machen.
Vorher brauche ich aber unbedingt etwas in den Magen.
Es sind zig Stànde nebeneinander, alle haben das gleiche Djungfood.
Ich suche mir einen witzigen Typen aus und bestelle Tee und ein komisch gelbes Brot.
Es schmeckt gar nicht ùbel, gut gewùrzt.

Satt und rund mache ich mich auf den weg in den Garten.
Auf der nàchsten Bank mache ich mein Nickerchen.

Nachdem ich ausgeruht bin, laufe ich weiter, gespannt was mir als nàchstes begegnet.
Ich sehe auf dem Berg, das 5 Sterne Hotel Vevanta, von dem ich schon gehòrt habe.
Das wùrde ich mir gerne mal anschauen, aber wie komme ich da hoch?
Plòtzlich steht ein Auto neben mir mit einem Typ drin. Ich frage ihn wie ich da hoch komme.
Er meint "I can drop you". O.k. das Angebot nehme ich an, sage ihm dafùr lade ich ihn auf einen Cappuchino ein.
Wir fahren also den Berg hoch und erreichen nach harten Kontrollen den Eingang. Dort wird der Autoschlussel entgegen genommen und das Auto von einem Hotelboy geparkt. Uns wird die Tùr geòffnet und wir betreten die Hotelhalle.
Eine Nacht hier kostet zwischen 300 und 500 €.
Wir setzen uns in die Lobby bestellen Cappuchino und black forest cake.
Kaffe und Kuchen sind gut, kosten allerdings soviel wie 2 Mittagessen.

Der Blick von der Terasse ist grandios, das Haus selbst allerdings nichts besonderes.
Um mein Urteil zu vollenden besuche ich die Toilette.
Danach muss ich sagen, wer hier 500 € fùr eine Nacht bezahlt, kann mir eigentlich nur leid tun.
Die Toiletten sind 0815 und dazu noch undicht.
Wir verlassen den "luxuriòsen" Ort wieder und fahren zurùck nach Srinagar.
Dort làdt er mich noch zu einem Tee beimFreunden in einem Restaurant am See ein und wir diskutieren ùber den moslimischen Glauben.
Ein heikles Thema und ich halte mich zurùck, weil ich spùre er ist sehr fundamental......da will ich mich nicht mit anlegen.
Bin froh als ich wieder an steg 7 bin und meine Shikara zum Hausboot nehme.